FB 01: Kultur- und Sozialwissenschaften

Textiles Gestalten


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Online-Führung für Studieninteressierte

Digitale Führung durch das Textile Gestalten

Einblick in das Fachgebiet und die Räumlichkeiten des Textilen Gestaltens mit einem Video der wissenschaftlichen Mitarbeiterin, Lena Küppers. Herzlich Willkommen an alle Studieninteressierten.

Online-Führung des Textilen Gestaltens

Foto: Lucia Schwalenberg

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Erfolgreiche Dissertation im Fachgebiet Textiles Gestalten

"Wir machen weiter! Textiles Laienschaffen in der DDR und Entwicklungen nach der Wiedervereinigung."

Sarah Wassermann hat ihre Dissertation im Fachgebiet Textiles Gestalten erfolgreich mit der Gesamtnote magna cum laude (1,0) abgeschlossen.

Die Arbeit von Sarah Wassermann, die sich dem „textilen Laienschaffen“ und somit den in der DDR seinerzeit etablierten Textilzirkeln widmet, ist zum einen ein Beitrag zum kollektiven Gedächtnis Gesamtdeutschlands und zum anderen ein entscheidender kulturwissenschaftlicher Beitrag für die Entwicklung eines gegenseitigen Verständnisses der Kulturen in der ehemaligen DDR und der BRD sowie für eine wechselseitige Achtung. Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall scheint dieser Prozess noch nicht abgeschlossen zu sein, ein Denken in „hüben“ und „drüben“ ist mancherorts immer noch festzustellen.

Studien, die sich mit der textilen Kultur bzw. deren Bedeutung in der DDR auseinandersetzen und sie in einen gesamtdeutschen Kontext verorten, sind bislang kaum zu finden. Björn Raupach hat darauf in seiner 2015 in Paderborn vorgelegten Dissertation „Politik und gewebte Lebensfreude – Der Bildteppich in der DDR“ bereits verwiesen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie etwa Polen, Frankreich oder der Schweiz, in denen Textilkunst der Kunst gleichrangig behandelt wird, gelten in Deutschland die textilen Künste als nicht bevorzugte Techniken der ästhetischen Vergegenwärtigung.

Die Dissertation von Sarah Wassermann umfasst im ersten Band 280 Seiten, dem ein zweiter, 103 Seiten umfassender Band mit zahlreichen Abbildungen von Gemeinschaftsarbeiten und Einzelwerken, eine Objektliste der Akademie der Künste (Berlin) sowie eine Objektliste des Museums Europäischer Kulturen (Berlin) beigefügt ist.

Foto und Text: Prof. Dr. Bärbel Schmidt.

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Nähen von textilen Masken

Neue Ausstellung in der Galerie Stichpunkt

In Deutschland - und der ganzen Welt -  fehlt es derzeit an Masken. Da niemand ausschließen kann, sich  zwischenzeitlich angesteckt zu haben und das Virus ohne eigenes Krankheitsgefühl weiterzugeben, empfehlen immer mehr Ärzte das Tragen einer einfachen, selbstgenähten Maske. Die idealerweise aus Baumwollstoff selbst genähte Maske schützt zwar nicht vor der eigenen Ansteckung mit dem Corona-Virus, sie kann aber nach Aussage des Präsidenten der Bundesärztekammer bei der Eindämmung des Corona-Virus sinnvoll sein. Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen, können von der Maske, auch wenn sie aus Stoff ist, abgefangen werden.

Es ist daher sinnvoll, im öffentlichen Raum eine Maske zu tragen, wobei unbedingt der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden muss. Auch die Bundesregierung empfiehlt inzwischen dringend das Tragen von Masken im öffentlichen Raum.

Prof. Dr. Stefan Reuter, Infektiologe am Klinikum Leverkusen, weist auf der Homepage des Klinkums darauf hin, dass das Tragen der Mund-Nase-Maske zweckmäßig ist: „In gewisser Weise ist es jetzt eine Form des gegenseitigen Respekts, einen Mundschutz zu tragen,“ und er betont: „Wenn ich in die Öffentlichkeit gehe, zum Beispiel zum Einkaufen, dann schütze ich mit der Maske meine Mitmenschen – aus Höflichkeit und aus Verantwortungsbewusstsein.“ (https://www.klinikum-lev.de/naehanleitung-mund-nase-maske.aspx).

Das Fachgebiet Textiles Gestalten reagiert mit seiner neuen Ausstellung in der Galerie Stichpunkt, Seminarstr. 33-34, auf den Bedarf an selbstgenähten Masken. Ausgestellt ist ein Phasenmodell der Herstellung einer Mund-Nase-Maske, weitere Informationen runden das Thema ab. Das Fachgebiet weist darauf hin, dass es bei der Herstellung der Masken wichtig ist, dass die Maske einen Draht (oder ähnliches) hat, sodass die Maske um die Nase gelegt werden kann. Zudem muss ein Stoff verwendet werden, der nach dem täglichen Gebrauch bei 90 Grad gewaschen werden kann. Ansprüche, die Stoffe aus Baumwolle erfüllen.

Text, Fotos und weitere Informationen: Prof. Dr. Bärbel Schmidt, baerbel.schmidt@uni-osnabrueck.de.

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Kultusministerium bewilligt Fördermittel für textiles Forschungsprojekt

Zusage für Forschungsprojekt im Textile Research Centre Leiden für Fachgebiet Textiles Gestalten

Der von Prof. Dr. Bärbel Schmidt an das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gestellte Antrag zum Themenschwerpunkt: Erzählstoff – Forschungsbasierte Notizen über das vestimentäre Gedächtnis des deutschen Kleidungsbestandes im Textiles Research Centre in Leiden ist positiv beschieden worden. Dem Fachgebiet stehen jetzt 6.800 Euro für die Umsetzung zur Verfügung.

Im Fokus des Projektes steht die im Textile Research Centre in Leiden gesammelte Kleidung deutscher Provenienz. Das TCR ist ein autarkes Forschungsinstitut, dass sich auf anthropologische und archäologische Themen im Bereich von Textilien und Kleidung spezialisiert hat. Das unabhängige Forschungsinstitut verfügt über eine cirka 25.000 Sammlungsstücke umfassende Textilsammlung aus aller Welt und allen Zeiten, u. a. aus Deutschland. Die am Forschungsinstitut ansässigen Mitarbeiter_innen gehen vor allem der Fragestellung nach, was Menschen tragen, um ihre Identität auszudrücken. Darüber hinaus beschäftigen sie sich mit dem Themenkomplex der vorindustriellen Textiltechnologie (s. www.trc-leiden.nl/).

Trotz intensiver Arbeiten sind aufgrund von mangelnden personellen Kapazitäten noch nicht alle Kleidungstücke und Textilien systematisch erfasst und wissenschaftlich bearbeitet worden. Dies betrifft auch die in der Sammlung befindlichen Sammlungsstücke deutscher Herkunft. Ein bedauernswertes Desiderat, da Kleidung sehr häufig als Träger persönlicher, lebensgeschichtlich aufgeladener und emotional besetzter Bedeutungen fungiert. Eine Aufarbeitung der Kleidungsstücke könnte zu einem besseren Verständnis über möglicherweise unterschiedliche Kleidungsstile in den Niederlanden und Deutschland führen, könnte Aufschlüsse über die Körpertechniken bzw. körperbezogene Erfahrungen durch Kleidung in beiden Ländern geben, könnte die Fragen klären, welche regionalspezifischen Kleidungsstücke im Textile Research Centre aufgenommen wurden und warum. Zudem könnte über die Kleidungsstücke das alltägliche Kleidungsverhalten in beiden Ländern analysiert werden.

Kleidung hatte in vergangener Zeit einen völlig anderen Stellenwert und Wert im Leben der Menschen. Sie wurde über Generationen hinweg vererbt. Heute werden jährlich unzählige Kollektionen produziert, die die Nachfrage ankurbeln und Trend nach Trend verbreiten sollen. Viele Konsumenten und Konsumentinnen folgen dieser Vorgabe der Textilindustrie, indem sie ständig neue Kleidung kaufen und dabei nicht auf nachhaltige Produktionsbedingungen (sozial, ökologisch, ökonomisch, kulturell) achten. Trotz der negativen Klimabilanz, dem Einsturz der Fabrik Rana Plaza in Bangladesh im Jahre 2013 mit über 1.000 getöteten Menschen sowie unzähliger Siegel, die eine nachhaltige Produktion verheißen, hat sich bislang wenig im Bewusstsein und dementsprechend im Handeln der Konsumenten und Konsumentinnen geändert. Der Blick zurück auf einen – zwar zwangsweise – so doch aber wesentlich gesünderen und sozial verträglicheren Umgang mit Kleidung und Textilien dient dazu, das Thema Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Projekt vertiefend aufzugreifen. Da das Fachgebiet Textiles Gestalten in der Lehramtsausbildung verankert ist, können die Erfahrungen der Studierenden langfristig nachhaltig die nachwachsenden Generationen in den Schulen erreichen.

In einem ersten Schritt soll eine Inventarisierung der Kleidungsstücke und Textilien von den Studierenden mit dem auf das Textile Centre zugeschnittenen Inventarisierungsprogramm Jumloo additions erfolgen. Im zweiten Schritt sollen deren unmittelbare Gebrauchsfunktionen, materieller Wert, materielle Struktur, Schmuck, Schutz oder deren gesellschaftlichem Ansehen ebenso erarbeitet werden wie bei vorhandener Provenienz subjektiven Empfindungen, Deutungen und Erinnerungen, der Interaktionen und Erzählungen, die sich darin Ausdruck verschaffen (s. Hartmann/Holecek 2011, S. 187f.).

Geplant ist zum Abschluss des Projektes eine Ausstellung im Textile Research Centre, in der die Bevölkerung über das Forschungsprojekt und die Ergebnisse der Recherchen informiert werden.

Text, Fotos und weitere Informationen: Prof. Dr. Bärbel Schmidt.

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Kleidertausch zum Ball der Universität

Fairo Moda startet Projekt "Tauschen statt Kaufen"

Zum Ball der Universität am 18. Januar 2020 können Studierende erstmals bei der Kleider-Tauschbörse "Fairo Moda" festliche Kleidung, Schuhe und Accessoires tauschen statt kaufen. Die Studierende haben die Möglichkeit, die Kleidung dauerhaft abzugeben oder sich mit den Tauschpartnerinnen und -partnern zu vernetzen, um die Garderobe nach dem Ball wieder zurückzugeben.

Das Projekt "Fairo Moda" geht hervor aus der Bachelorarbeit der Textilstudierenden Lesley-Ann Baldwin. Das Projekt wird in der Lehre zum Thema nachhaltiger Konsum von Prof. Dr. Bärbel Schmidt begleitet.

Am 7. und 9. Januar hatten Studierende erstmals die Möglichkeit beim Kleidertausch zum Ball der Universität ihr Outfit für dieses Event zu ergattern. Viele Studierende haben zu diesem Anlass ihre Kleiderschränke auf den Kopf gestellt und ihre Abendgarderobe zur Verfügung gestellt und sich im Gegenzug ein neues festliches Kleidungsstück mit nach Hause genommen, um es zum Ball der Universität und weiteren Feierlichkeiten zu tragen. Neben diesem textilen Austausch kam es zum regen Gedankenaustausch über die Themen Modeproduktion, nachhaltigen Kleiderkonsum und Kleidertausch.

Einige Studierende haben textile Spenden vorbeigebracht, die im späteren Kleidungsverleih ihren Platz finden werden. Das selbe gilt für die festlichen Kleider, die keine neuen BesitzerInnen gefunden haben. Fairo Moda bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen für die engagierte Teilnahme an der Veranstaltung und wünscht allen Gästen einen zauberhaften Ball.

Aktuell: Das Präsidium der Universität Osnabrück hat beschlossen, das Projekt "Fairo Moda: Vestimentäres Nachhaltigkeitsmanagement an der Universität Osnabrück" durch die Finanzierung von Lehraufträgen und Hilfskraftverträgen für zwei Jahre aus Studienqualitätsmitteln in Höhe von insgesamt bis zu 24.500 Euro zu fördern. Das Präsidium erwartet, dass im Rahmen der Antragstellung vom Fachbereich 1, die nachhaltige Implementierung nach Ende der Projektphase eingehalten wird.

Informationen: Textiles Gestalten, Prof. Dr. phil. Bärbel Schmidt, baerbel.schmidt@uni-osnabrueck.de

Bild: Lesley-Ann Baldwin

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Konsum, Weihnachten und Fairo Moda

Neue Ausstellung in der Galerie „Stichpunkt“

Eine neue Ausstellung „Konsum, Weihnachten und Fairo Moda“ präsentiert das Fachgebiet Textiles Gestalten in der Galerie „Stichpunkt“, Seminarstraße 33-34, Osnabrück bis zum Frühjahr 2020.

Rund 60 neue Kleidungsstücke kaufen deutsche Kunden und Kundinnen durchschnittlich pro Jahr. Viele Teile landen ungetragen in Altkleider-Containern. Vor diesem Hintergrund hat die Studentin Lesley-Ann Baldwin in ihrer Bachelorarbeit ein Konzept für eine nachhaltige Kleider-Tauschbörse entwickelt. Studierende sollen zukünftig Kleidungsstücke ausleihen und tauschen können, anstatt sie wegzuwerfen. Unter dem Namen "Fairo Moda" soll das Projekt in Kürze in den Räumlichkeiten des Textilen Gestaltens in Osnabrück starten. Die Verleihstelle "Fairo Moda" ist Teil des geplanten Moduls "Nachhaltigkeitsmanagement", das in Lehre und Forschung über die umweltschädlichen und sozial unverträglichen Zustände in der Modeindustrie aufklärt und an individuellen und gesellschaftlichen Strategien dem entgegen zu wirken arbeitet.

„Das Prinzip ähnelt dem einer Bibliothek – nur mit Kleidung statt mit Büchern," so Lesley-Ann Baldwin.  Baldwin will zudem mit lokalen und überregionalen, nachhaltig produzierenden Jungdesignerinnen und –designern kooperieren. Das Projekt wird in der Lehre zum Thema nachhaltiger Konsum von Prof. Dr. Bärbel Schmidt begleitet.

Erstmals zum Ball der Universität Osnabrück im Januar 2020 soll es Studierenden möglich sein, ihr Ball-Outfit ressourcenschonend zu tauschen. Nähere Informationen dazu folgen in Kürze.

Ausstellungsort: Textiles Gestalten, Galerie „Stichpunkt“, Seminarstr. 33-34, 49074 Osnabrück

Ausstellungsdauer: 2. Dezember 2019 – 31.März 2020

Informationen: Textiles Gestalten, Prof. Dr. phil. Bärbel Schmidt, baerbel.schmidt@uni-osnabrueck.de

Foto: Lucia Schwalenberg

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12. Osnabrücker Wissensforum

Prof. Dr. Bärbel Schmidt: "Grüner Knopf. Ist das ökologische Siegel Augenwischerei?"
Einen Abend voller spannender Fragen und Antworten boten Universität und Neue Osnabrücker Zeitung am 15.11.2019 beim 12. Osnabrücker Wissensforum in der ausverkauften Schlossaula unter dem Motto "Zukunft. Fragen. Antworten."

33 Professorinnen und Professoren bezogen auf dem Podium wissenschaftlich Stellung zu Zukunftsfragen, die Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger stellen: Darf man straflos lügen? Hat künstliche Intelligenz ein Bewusstsein? Wer hat die beste Nase im Tierreich? Gibt es das Unbewusste? Wie entsteht ein Ohrwurm? Warum funktioniert der Hass im Netz so gut? Diese und viele weitere Fragen werden gut verständlich in jeweils vier Minuten beantwortet. Wer überzieht, bekommt die Rote Karte.

Prof. Dr. Bärbel Schmidt beantwortete auf dem Podium die Frage einer Leserin zum Grünen Knopf: Ist das ökologische Siegel Augenwischerei?

Moderation: Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, Präsidentin der Universität Osnabrück und Ralf Geisenhanslüke, NOZ-Chefredakteur

Video: Prof. Dr. Bärbel Schmidt zum grünen Knopf

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Roaring Twenties

Modenschau zum Zeitalter der Goldenen Zwanziger
Eine Zeitreise der besonderen Art erlebten Besucherinnen und Besucher der Zonta Charter Feier im Alando Palais in Osnabrück am 26. Oktober. Textilstudierende ließen in einer Modenschau das Zeitalter der 20er jahre auferstehen. Über mehrere Monate gestalteten die Studierenden in einem Seminar typische Modelle dieses Jahrzehntes und präsentierten die Mode eiinem Publikum, das anlässlich des 100jährigen Jubliäums des Zonta-Vereins im Stil der 20er Jahre erschienen war. Das musikalische Gefühl der "roaring twenties" wurde durch ein Jazz-Trio transportiert, das die Show live  begleitete.

Besonderes Augenmerk lag im Seminar auf der Verbindung von Zeitgeist und Mode der 20er Jahre. In dieser Zeit nahm die Emanzipation der Frauen, insbesondere die Veränderung der Stellung der Frau in der Gesellschaft, spürbar Fahrt auf. Das neue Selbstbild der Frauen spiegelte sich in der veränderten Mode wider: Selbstbewusster Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, angemessene und praktische Kleindung für neu eroberte Berufsfelder und lustvolles Genießen der hinzugewonnenen Freiheiten. Dies ließen die Studierenden in ihre Entwürfe einfließen. Der historische Kontext wurde in der Moderation der Modelle erläutert. Das Projekt entstand unter der Leitung von Alexandra Wilker und Christine Löbbers, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Textilen Gestalten.

Beteiligte Studierende: Sophia Awick, Marie Bähr, Lesley-Ann Baldwin (B.A.), Aisleen Beynon-Thomas, Janina Blankemeyer, Marie Bomm, Madita de Barse, Sophia Ebel, Julia Falke, Cynthia Göcken, Elena Hardenberg, Özdem Kaya Arslan, Myriam Kroeger, Caroln Krüger, Anja Leshoff, Gülnaz Mutlu, Julia Schaller, Susanne Schweigel, Jana Willner.

Beteiligte Lehrende: Christine Löbbers, Alexandra Wilker.

Foto: Philipp Falke
Text: Christine Löbbers

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Digitale Textilien

Herausgegeben von Prof. Dr. Birgit Haehnel - Neue Broschüre erschienen

„In Zukunft werden mit elektronischen Leiterbahnen und Minicomputern versehene Textilien eine immer größere Rolle in Sachen mobiler Technologie spielen: Smartphones und MP3-Player werden in die Alltagskleidung integriert, textile Oberflächen können durch LEDs und Bewegungssensoren verändert werden,“ so Prof. Dr. Birgit Haehnel in der soeben im Rasch Verlag veröffentlichten Broschüre „Digitale Textilien“.

Die Broschüre basiert auf einem Kooperationsprojekt des Fachgebietes Textiles Gestalten der Universität Osnabrück mit der Dr. Hans Riegel-Stiftung. Die Stiftung hat einen sogenannten TouchTomorrow-Truck konzipiert und gebaut, dessen Ziel es ist, Schülerinnen und Schüler durch das Erleben und Ausprobieren von Zukunftstechnologien für Bildungs- und Berufswege im naturwissenschaftlich-technischen MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu begeistern.  Die Broschüre von Prof. Dr. Birgit Haehnel zum Thema „Digitale Textilien - Die Zukunft des Textilen Gestaltens“ wird ergänzt durch Beiträge von Laura-Kristin Gustenberg „Der E-Mantel - Planung und Realisierung“ und  Lucia Schwalenberg  „Smart Textiles - Anwendung und Herausforderung“.

Auf 32 Seiten mit zahlreichen Fotos und Abbildungen zeigt die Veröffentlichung Hintergründe und Entstehungsprozess eines digitalen Mantels als Anschauungs-Exponat für den Truck, der Schülerinnen und Schüler von Gesamtschulen und Gymnasien der 7./8. und 11. Klassen beim forschenden Lernen unterstützen soll.

Der digitale Mantel wurde entwickelt und angefertigt in der Kreativwerkstatt des Textilen Gestaltens um, so Prof. Dr. Birgit Haehnel, „die Verbindung von Digitalisierung mit textilen Techniken in der Lehramtsausbildung experimentell zu erforschen.“ Der E-Mantel ist u.a. ausgestattet mit Mikroprozessoren, LED-Elementen, integrierten Lautsprechern und Bewegungssensoren. Die einzelnen Elemente können von Besucherinnen und Besuchern des Science-Trucks über einen Touchscreen mit einer externen Armstulpe gesteuert werden.

Das Projekt wurde interdisziplinär unterstützt von Studierenden der Arbeitsgruppe Didaktik der Informatik am Institut für Informatik der Universität Osnabrück unter Leitung von Prof. Dr. Michael Brinkmeier.

Das Thema der Digitalisierung gehört wie die Auseinandersetzung mit Fragen der Nachhaltigkeit zu den Aufgabenbereichen der Lehramtsausbildung im Fach Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück. Beide Themen sind in der aktuellen Ausstellung in der Schaufenster-Galererie „Stichpunkt“, Seminarstraße 33 in Osnabrück präsent.

Fotos: Lucia Schwalenberg (rechts unten), Wolfgang Sparenberg (alle weiteren).

Prof. Dr. Birgit Haehnel (Hrsg.)
Digitale Textilien
32 Seiten, zahlreiche teils farbige Abbildungen
Format 14,8 x 21 cm
Bramsche 2019
ISBN 978-3-89946-305-7

Video: Touch Tomorrow Truck - Smart Textiles

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Ersti-Woche im Wintersemester 2019/20

Herzliche Willkommen im Fachgebiet Textiles Gestalten
Montag, 21. Oktober 2019:

17.30 Uhr, Galerie Stichpunkt, Seminarstr. 33: Führung durch die Ausstellung "Erfahrungsort Kleidung"
18.00 Uhr, Raum 05/217, Seminarstr. 33: Kneipentour der Fachschaft Textiles Gestalten
Dienstag, 22. Oktober 2019:
11.00 Uhr, 05/217, Seminarstraße 33: Vorstellung der Lehrenden/Informationsveranstaltung
12.00 Uhr, Galerie Stichpunkt, Seminarstr. 33: Führung durch die Ausstellung "Erfahrungsort Kleidung"
13.00 Uhr, Mensa: Gemeinsames Mittagessen
14.00 Uhr, Raum 05/217, Seminarstr. 33: Workshop & Stundenplanberatung
Mittwoch, 23. Oktober 2019:
9.30 Uhr, Osnabrück-Halle: Offizielle Erstsemster-Begrüßung
21.00 Uhr, Gebäude 15 (Foyer): AStA EW-Party
Donnerstag, 24. Oktober 2019:

13.30 Uhr, Galerie Stichpunkt, Seminarstr. 33: Führung durch die Ausstellung "Erfahrungsort Kleidung"
14.00 Uhr, Raum 05/217, Seminarstr. 33: Workshop & Stundenplanberatung
18.00 Uhr, Raum 05/217: Filmabend der Fachschaft

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Verstärkung im Team

Neue wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Textiles Gestalten
Seit September 2019 ist im Rahmen der Förderung des akademischen Nachwuchses im Fachgebiet Textiles Gestalten Lucia Schwalenberg als neue wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt. Neben ihren Lehrveranstaltungen wird sie an ihrem Dissertationsvorhaben zum Thema "Genius Loci - Textile Erinnerungsorte" bei Prof. Dr. Bärbel Schmidt arbeiten.

Lucia Schwalenberg hat an der Universität München, der Hochschule Hannover und der Kunsthochschule Linz Journalismus und Textildesign studiert. Sie ist Webermeisterin und ausgebildete Waldorfpädagogin. Lucia Schwalenberg arbeitet seit 2012 als Lehrbeauftragte mit dem Schwerpunkt Weberei im Textilen Gestalten. Sie hat den Werkstattbereich des Fachgebietes restrukturiert, den Lochkartenjacquard restauriert und den digitalen Jacquardwebstuhl in den Lehrbetrieb integriert. Lucia Schwalenberg hat in den vergangenen Semestern u.a. die Textilexkursion nach Sri Lanka unter Leitung von Prof. Dr. Bärbel Schmidt begleitet und den Entstehungsprozess des akademischen Schals für die PromovendInnen der Universität Osnabrück. Außerdem hat sie die Entwicklung einer Wolldecken-Kollektion nach Bauhaus-Archivproben von Studierenden für das Tuchmacher Museum Bramsche und die Redaktion der Broschüre "Digitale Textilien" für Prof. Dr. Birgit Haehnel betreut.

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Der akademische Schal der Universität Osnabrück

Entworfen von Studierenden im Textilen Gestalten - Jetzt im Uni-Shop erhältlich
Ein Symbol für die eigenen akademischen Leistungen und die Verbundenheit zur Universität Osnabrück: Im akademischen Schal vereinen sich universitäres Schaffen und Handwerkskunst zu einem Meisterwerk. Der aus italienischer Seide gewebte Schal wurde von Studierenden aus dem Fachgebiet Textiles Gestalten entwickelt und in regionaler Handwerksarbeit auf einem historischen Jacquard-Webstuhl hergestellt. Erstmals wurde er bei der Promotionsfeier 2019 an die erfolgreichen Doktorinnen und Doktoren und Habilitierten der Universität Osnabrück übergeben. Seit Sommer 2019 ist der Schal auch im Unishop erhältlich.

Vom Entwurf zum fertigen Schal
Der Weg des akademischen Schals begann mit der Anfrage des Präsidiums an das Fachgebiet Textiles Gestalten, mit Studierenden einen akademischen Schal der Universität zu entwickeln. Eine willkommene Bitte, weil sich mit dem Uni-Schal-Projekt die Chance bot, den mit Investitionsmitteln neu angeschafften digitalen Jacquard-Webstuhl für eine anspruchsvolle und konkrete Aufgabe in Betrieb zu nehmen. Dies war eine hohe Motivation für die Studierenden und die Lehrenden im Webkurs »Von analog bis digital«.

Die Studierenden recherchierten die Hintergründe akademischer Kleidung und beschäftigten sich mit Symbolen und gestalterischen Elementen der Universität sowie der Stadt Osnabrück. In Skizzen und Entwürfen entwickelten sie Vorlagen, die im digitalen Bildbearbeitungsprogramm überarbeitet, mit Gewebebindungen belegt und am digitalen Jacquard-Webstuhl gewebt wurden. Bei Präsentationen mit dem Präsidium und der Kommunikationsabteilung kristallisierte sich ein Gemeinschaftsentwurf heraus. Auf dem letztendlich realisierten Entwurf wandert das Logo der Universität über den Schal ebenso wie die Studierenden, die die Universität erfolgreich durchlaufen. Die Silhouette Osnabrücks und des Schlosses mit dem Schriftzug »UOS« symbolisiert den zentralen Ort der Universität. In der Mitte verbindet sich das Friedensrad der Stadt mit einer Lilie als Symbol für Weisheit und Erkenntnis und als Sinnbild für den Schlossgarten als zentralem Treffpunkt der Studierenden.

Mit Udo van der Kolk wurde eine regionale Jacquard-Weberei gefunden, die in der Lage ist, nach Designvorlagen in Kleinserie von 100 oder 200 Stück zu weben. Dazu mussten die Bindungen für die Kett- und Schussdichte umgezeichnet und der Kartenlauf mit mehr als 5.000 Jacquard-Karten für die gesamte Schallänge angefertigt werden. Der Schal wird in roter Seide auf schwarzer Baumwolle als Meterware gewebt und mit Saum und Fransen versehen.

Beteiligte Studierende:
Sümeyye Asci, Pauline Becking, Julia Falke Amelie Gieschler, Merve Kocaoglu, Lara Munsch, Naina Josefina Reuter, Julia Schaller, Rieke Scholle, Nesibe Türkaslan, Derya Tuztas.

Beteiligte Lehrende: Prof. Dr. Bärbel Schmidt, Dipl. Des. Lucia Schwalenberg.

Fotos: Ralf Orlowski (links oben), Lucia Schwalenberg (alle weiteren).

Prof. Dr. Wolfgang Lücke (Hrsg.)
Der akademische Schal der Universität Osnabrück
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl
28 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
Format 21 x 14,8 cm
Universität Osnabrück 2019

Der akademische Schal der Universität Osnabrück

https://www.youtube.com/watch?v=2WFaOG1asos&feature=youtu.be

www.uni-osnabrueck.de/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/promotionsfeier/

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Auf den zweiten Blick - Bauhaus-Stoffe als Inspiration

Ausstellung mit Studierenden-Entwürfen im Tuchmacher Museum bis 3. November verlängert
Klein und fein liegen sie vor uns: Die Archivproben von Gunta Stölzl, Webermeisterin am Bauhaus. Befestigt auf grauen Pappen in Din A4, mit sauberer Bleistiftschrift mit Anmerkungen versehen, um Patronenzeichnungen und Einzüge ergänzt. Manchmal flüchtig, fast fragmentarisch, manchmal ausführlich mit Colorits und Variationen ergänzt. Das Universum und Vermächtnis einer Weberin mit Strahlkraft für die textile Welt. In Groningen, kurz hinter der niederländischen Grenze, liegt der Archivbestand ausgebreitet im Arbeitsraum der Stölzl-Tochter Monika Stadler. Gemeinsam mit der studentischen Mitarbeiterin Mirjam Deckers sichtet, inventarisiert und verwahrt Monika Stadler das textile und kulturelle Erbe ihrer Mutter. Jede Textilkennerin  zieht der Anblick solcher Archivproben in den Bann. Assoziationen entstehen zum Experimentieren mit Materialien und Farbstellungen, zum Mustern und Sammeln, zur Weiterentwicklung und dem Verfeinern von Bindungen, dem Verändern durch Skalieren der Proportionen oder durch Details der Schussfolge - Ideen für Serien, Kollektionen und Abwandlungen.

Kerstin Schumann, Museumsleiterin am Tuchmacher Museum Bramsche sowie Annette Hülsenbeck und Lucia Schwalenberg von der Universität Osnabrück suchen die passenden Proben aus für die Ausstellung „Auf den zweiten Blick - Bauhaus-Stoffe als Inspiration“. In Kooperation mit dem Fachgebiet Textiles Gestalten der Universität Osnabrück würdigt das Museum zum 100jährigen Bauhaus-Jubliäum 2019 die Bauhausweberin mit dieser besonderen Ausstellung basierend auf Gunta Stölzls Musterarchiv.


Projekt Bauhaus Webwerkstatt im Textilen Gestalten der Universität Osnabrück
Ausgehend von ausgewählten Proben lassen sich die Studierenden im „Projekt Bauhaus-Webwerkstatt“  an der Universität Osnabrück inspirieren, arbeiten die Proben nach, interpretieren sie neu, passen sie den technischen Gegebenheiten des Jacquardwebstuhls im Museum an. Zum Einsatz im Webkurs im Lehramtsstudium Textiles Gestalten kommen neben unterschiedlichen Musterwebstühlen des Fachgebietes und dem restaurierten Lochkartenjacquard samt Kartenschlagmaschine vor allem der neu angeschaffte digitale Handjacquard-Webstuhl TC2, der die Umsetzung der Proben in der knappen Seminarzeit mit 14 Studierenden überhaupt erst möglich macht.

Während die Studierenden an den Proben arbeiten, begutachten und reparieren die Technikexperten Wolfgang Sternberg und Hans-Heinrich Schwalenberg im Tuchmacher Museum die Kartenschlagmaschine. Erstmals in der zwanzigjährigen Geschichte des Museums ist sie im Einsatz. Erstmals werden in dieser Ausstellung zu den vorhandenen drei historischen Kartenläufen selbst geschlagene Muster im Museum gewebt.

Jacquardkarten für die Ausstellung

Nach einer Schulung an der Kartenschlagmaschine stanzen die Museumstechniker Antonio Torres und Volker Leismann in hochkonzentrierter Arbeit die Entwürfe Gunta Stölzls und der Osnabrücker Studierenden in Jacquardpappen. Schussreihe für Schussreihe lesen die Beiden je 400 Positionen von der Patrone ab und übertragen die Bindungspunkte in Lochungen. Sie nähen die Kartenläufe am Nähbrett zusammen und hängen den Lauf in das Jacquardprisma ein. Für alle Beteiligten ein beglückender Moment, als die ersten Kartenläufe schließlich das richtige Musterbild ergeben, manchmal noch korrigiert werden müssen, manchmal auch auf Anhieb klappen.

Exklusive Wolldecken-Kollektion für den Museumsshop
Die Proben sind passend zum Thema Wolldecken ausgewählt. Wolldecken gehören zu den traditionellen Produkten der Tuchmacher, die in Bramsche über 400 Jahre gemeinschaftlich feine Wolltuche herstellten. Heute setzt das Museum die Produktion auf über 100 Jahre alten Maschinen am authentischen Standort fort und ist Bestanddteil der Route der Industriekultur.

Die aus den Stölzl-Proben entwickelten Wollstoffe sind exklusiv zur Ausstellungseröffnung im Museumsshop als Kollektion erhältlich. Ein neues Sortiment für das Museum. Eine neue Erfahrung auch für Besucher und Besucherinnen, die den Weg von der Inspirationsquelle, dem Entwurf, dem Kartenschlagen bis zum Weben und dem fertigen Produkt in einer anschaulichen Einheit nachvollziehen können. Ein Großteil der Wollgarne für die Produktion wird auf museumseigenen Maschinen, wie der Krempelmaschine und dem Selfaktor, hergestellt.

Das Tuchmacher Museum: Bramscher Rot für die Kollektion
Das Tuchmacher Museum Bramsche ist mit seinen historischen Gebäuden der Tuchmacher-Innung idyllisch am Flussufer der Hase gelegen. Insbesondere die als Uniformstoffe hergestellten Tuche im leuchtenden „Bramscher Rot“ machten die Tuchmachergilde berühmt. Den Farbstoff für den besonderen Rot-Ton gewann der Schönfärber der Gilde aus den Wurzeln der Krapppflanze.
Es liegt nahe, dass das Bramscher Rot im Kooperationsprojekt des Tuchmacher Museums und der Universität Osnabrück zu den Archivproben Gunta Stölzls eine Rolle spielt. Neben neutralen Tönen von weiß bis grau, enthält die Probenauswahl der Studierenden eine Palette an roten Entwürfen. Ein Teil der Entwürfe wird ergänzend zum Museumsjacquard an der Schaftmaschine des Museums auf einer roten Wollkette gewebt und nach dem Walken und Rauhen zu Wolldecken verarbeitet.

Für die Studierenden ist es motivierend, sich mit einer anspruchsvollen und konkreten Aufgabe  zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum auseinanderzusetzen. Und das für das wenige Kilometer von Osnabrück entfernte Tuchmacher Museum, das die Studierenden aus Exkursionen und Projekten schätzen. Die Aussicht, die Entwürfe am Jacquardwebstuhl des Museums zu realisieren und die entstehenden Wolldecken im Museumsshop zu präsentieren, ist zusätzlicher Ansporn. In Gruppenarbeit konzentrieren sich die Studierenden bei der Entwicklung und Umsetzung der Archivproben von Gunta Stölzl auf diejenigen Entwürfe, die am Museumsjacquard technisch umsetzbar sind. Dies sind Entwürfe im Schussdouble für „Polka-Dots“ und einen handgezeichneten Entwurf Gunta Stölzls sowie die Umsetzung des Museumslogos in Form eines Weberschiffchens. Außerdem Gewebe in Flechtköper und Waffelbindung, die aufgrund der Fadendichten und Platinenzahl am Museumswebstuhl von 14 auf acht Schäfte adaptiert werden.

Werkstattarbeit am Bauhaus als pädagogische Grundlage
Die Lehramtsstudierenden im Textilen Gestalten setzen sich in diesem Projekt mit dem Thema Werkstattarbeit und ästhetische Erziehung in der Bauhaus-Pädagogik auseinander. Das Bauhaus steht als reformpädagogische Hochschulbewegung mit Strahlkraft weit über die deutschen Grenzen hinaus als Leuchtturm für fruchtbare pädagogische und gestalterische Arbeit in den Werkstätten als Grundlage einer fundierten Ausbildung der Studierenden.

Ein weiterer Bestandteil der Ausstellung im Tuchmacher Museum ist die Frage, wie Stoffe für Bekleidung im Bauhaus ausgesehen haben könnten. Bei der Sichtung der Musterkarten im Archiv Gunta Stölzls stieß die Textil- und Bekleidungswissenschaftlerin Annette Hülsenbeck auf überraschende Entdeckungen. Sie fand in einer Ausgabe der Vogue von 1929 Abbildungen sehr ähnlicher Stoffmuster für die Produktion von Kleidern.

Dies war der Ausgangspunkt, das Thema „Kleidung am Bauhaus“ für die Ausstellung weiter zu verfolgen. „Auf den zweiten Blick“ förderten die Recherchen von Annette Hülsenbeck Texte von Bauhäuslerinnen zum Thema Mode, Stoffe und Kleider zu Tage. Parallel griff eine Gruppe von Textil-Studierenden das Thema auf. Unter der Anleitung der Textilkünstlerin Hiltrud Schäfer und der Textildesignerin Corinna Boknecht entwickelten sie vom Bauhaus-Design inspirierte Kleiderentwürfe als Papiermodelle mit experimentellem Charakter.

Beteiligte Studierende: Canan Barcin, Julia Falke, Amelie Gieschler, Bilâl Enes Görmez, Elena Hardeenberg, Joana van der Kolk-Dölling, Karoline Meyer-Hollje, Laura Möller, Naina Reuter, Julia Schaller, Nesibe Türkaslan, Derya Tuztas, Betül Yeyet, Duygu Yildrim. (Bauhaus-Webwerkstatt)
Sümeyye Asci, Fabienne Becker, Pauline Becking, Alexander Büsing, Milena Czeczor, Johanna Erwardt, Julia Falke, Jelke Kristin Färber, Lena Feldkamp, Marie Fink, Tunc Güney, Elena Hardenbeg, Gesche Hillmann, Leonie Hof zum Berge, Carolin Jankowski, Büsra Karakaya, Büsra Kayatas, Marie-Theres Kempermann, Anna-Katharina Kestel, Merve Kocaoglu, Karoline Meyer-Hollje Lara Munsch, Gülnaz Mutlu, Sabrina Müller, Carmen Norda, Carolin Polaczyk, Josefine Porompka, Neeske Caecilia Luise Remy, Annette Sander, Julia Schaller, Rieke Scholle, Susanne Schweigel, Lara Spannhoff,, Charlotte Tellmann, Zeynep Uygur, Lisa Verheyden, Anja Völlmer, Zaklina Vojvodic, Anna Wandscher, Betül Yeyit, Duygan Yildirim. (Bauhaus-Mode)

Beteiligte Lehrende: Dipl. Des. Lucia Schwalenberg (Bauhaus-Webwerkstatt), Dipl. Päd. Annette Hülsenbeck und Hiltrud Schäfer (Bauhaus-Mode)

Fotos: Ralf Orlowski (links oben), Lucia Schwalenberg (alle weiteren).
Text:
Kerstin Schumann/Lucia Schwalenberg

Hülsenbeck, Annette/Schumann, Kerstin/Schwalenberg, Lucia/Thörner, Ilka
Auf den zweiten Blick. Bauhaus-Stoffe als Inspiration
80 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
Format 14,8 x 21 cm
Bramsche 2019
ISBN 978-3-89946-302-6

Video zum Bauhaus-Projekt

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Digitale Woche

Textiles Gestalten beteiligt sich an Erstveranstaltung der Stadt Osnabrück

Mit den Themen Smart Textiles und der Vorführung des digitalen Jacquard-Webstuhls beteiligt sich das Fachgebiet Textiles Gestalten an der erstmaligen Digitalen Woche der Stadt Osnabrück im Juni 2019.

Schwerpunkt der Führung ist die Präsentation des Enstehungsprozesses eines digitalen Mantels als Exponat für den TouchTomorrow-Truck der Dr. Hans Riegel-Stiftung. Der im Textilen Gestalten in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Studierenden der Didaktik der Informatik entwickelte sogenannte E-Mantel soll Schülerinnen und Schülern als Besuchern eines Science-Trucks die Mint-Fächer (Mathemathik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) nahebringen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Präsentation ist die für den Bereich der Textilpädagogik deutschlandweit einzigartige Ausstattung mit einem digitalen Jacquardwebstuhl  des Fachgebietes Textiles Gestalten.

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„Von Muziris nach Bohmte: wie der Blaudruck ins Osnabrücker Land kam.“

Vortrag von Georg Stark, Blaudrucker aus Jever, im Fachgebiet Textiles Gestalten

Datum: 17.4.2019
Uhrzeit:
18.00 Uhr
Ort:
Universität Osnabrück/Textiles Gestalten, Seminarstr. 33-34, Raum 05/21

Foto: Prof. Dr. Bärbel Schmidt

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Besuch der Universitätsgesellschaft

Universitätsgesellschaft Osnabrück zu Gast im Textilen Gestalten

"Wir beflügeln Ideen!", so der Leitspruch der Universitätsgesellschaft Osnabrück.

Unter diesem Motto unterstützt die Universitätsgesellschaft den akademischen Schal für die Promovendinnen und Promovenden der Universität Osnabrück, den Studierende des Textilen Gestaltens entworfen haben. Der akademische Schal für alle erfolgreichen Doktorinnen und Doktoren sowie Habilitierten wird bei der ersten Promotionsfeier an der Universität Osnabrück im Juli 2019 erstmals verliehen.

Die Unterstützung für dieses ambitionierte und erfreuliche Projekt war der Anlaß für die Universitätsgesellschaft dem Fachgebiet Textiles Gestalten im April 2019 einen Besuch abzustatten. Unter Leitung des Vorsitzenden René Riesner und in Begleitung zahlreicher Mitglieder der Universitätsgesellschaft sowie der Präsidialreferentin Dr. Janina Majercyk standen vom Fachgebiet Prof. Dr. Birgit Haehnel, Prof. Dr. Bärbel Schmidt, die Masterstudentin Laura-Kristin Gustenberg und die Textildesignerin Lucia Schwalenberg Rede und Antwort. Besonderes Augenmerk des Besuches lag auf dem Entstehungsprozess des akademischen Schals durch Studierende des Fachgebietes am digitalen und am Lochkartenjacquard-Webstuhll des Faches und dem Thema Digitale Textilien im Rahmen eines Projektes für einen Science Truck.

Eine Präsentation der Blau-Druck-Ausstellung in der Galerie "Stichpunkt" des Fachgebietes und der Archivierung von vestimentären Exponaten rundeten den interdisziplinären universitären Gedankenaustausch ab.

Fotos: Lucia Schwalenberg

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Aus alt mach neu! Lesley-Ann Baldwin und Prof. Dr. Bärbel Schmidt (v. l.) im Kleiderarchiv des Faches Textiles Gestalten.

Mit „Fairo Moda“ gegen den Massenkonsum

Textilstudierende etwickelt Konzept für nachhaltige Fashionindustrie
Noch nie haben wir so viel Kleidung besessen wie heute. Im Durchschnitt kaufen die Deutschen bis zu 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Muss das wirklich sein? Das fragt sich auch Lesley-Ann Baldwin, Studentin des Fachgebietes Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück. Auf diese Frage hin konzipierte sie eine Studierendenfirma, die die Modeindustrie nachhaltig verbessern soll.

Studierende sollen zukünftig Kleidungsstücke ausleihen und laufend tauschen können, anstatt sie wegzuwerfen. Zusätzlich verbindet Baldwin den Verleih mit einem geplanten Modul für ihr Fach, um Praxis und Lehre zu verbinden. Die Studentin ist im Wettbewerb „Let's Change the Fashionsystem“ von FEMNET e.V. als Favoritin nominiert.

Überproduktion und schnelllebige Trends
Die heutige Modebranche sei eine der umweltschädlichsten Industrien der Welt. Durch Überproduktion und schnelllebige Trends werden Ressourcen verschwendet. Die Natur wird verschmutzt und durch Pestizide belastet, so Baldwin. „Die Missstände in der Textilindustrie sind unserer Gesellschaft durchaus bekannt, werden jedoch viel zu wenig thematisiert“, kritisiert sie. Die Verleihstelle „Fairo Moda“ und ihr geplantes Modul zum „Nachhaltigkeitsmanagement“ im Textilen Gestalten der Universität sollen über die Zustände aufklären. Studierenden sollen in nachhaltigem Konsumverhalten vor Ort unterstützen werden.  

Zentrale Kleider-Verleihstelle für Studierende
Baldwin hat das Konzept für „Fairo Moda“ detailliert ausgearbeitet: In einer zentralen Verleihstelle auf dem Campus sollen sich Studierende Kleidungsstücke für Alltag und besondere Anlässe ausleihen und diese während der Geschäftszeiten tauschen können. Die Studentin erklärt: „Das Prinzip ähnelt dem einer Bibliothek – nur mit Kleidung statt mit Büchern.“ Wissenschaftliche Hilfskräfte und Studierende sollen die Abläufe der Verleihstelle von „Fairo Moda“ sowie die Arbeitsbereiche Visual Marketing und Event Planning regeln. Für den Verleih soll zu Kleiderspenden aufgerufen und Secondhandware eingekauft werden. Baldwin will zudem mit lokalen, nachhaltig produzierenden Jungdesignerinnen und –designern zu kooperieren.  

Lehrmodul zur Nachhaltigkeit
Das geplante Modul zum „Nachhaltigkeitsmanagement“ soll „Fairo Moda“ direkt mit der universitären Lehre verbinden. Bärbel Schmidt, Professorin für Textil- und Bekleidungswissenschaften an der Universität Osnabrück, hat Baldwin von Beginn an bei ihrer Arbeit begleitet und unterstützt. „Das gesamte Konzept ist bis ins Detail durchdacht“, erläutert die Professorin. „Praxis und Lehre finden zahlreiche fächerübergreifende Schnittpunkte. Es könnten Seminare aus Wirtschaftswissenschaft, Biologie oder Geographie integriert werden“. Die Modulbeschreibung könnte in über 30 Fächern sowohl in die Didaktik als auch in den Professionalisierungsbereich der 2-Fächer-Bachelor eingegliedert werden, so Baldwin und Schmidt.  

Theorie und Praxis zur Modeindustrie
In den Seminaren sollen sich die Studierenden mit ökologisch und ökomischen Themen sowie mit der Politik der Modeindustrie auseinandersetzen. Ihre Ideen könnten sie dann bei „Fairo Moda“ und außerhalb der Universität in die Praxis umzusetzen. „Unser Ziel ist es, vor allem die Fachdidaktik zu prägen“, erläutert Baldwin. „Angehende Lehrerinnen und Lehrer sollen ihr Wissen nach außen tragen und die jüngere Generation für das Thema einer fairen, nachhaltigen Industrie sensibilisieren“. Schmidt ergänzt: „Wir müssen Verantwortung übernehmen und gezielt darüber nachdenken, wie wir die Erde für die kommenden Generationen hinterlassen wollen.“  

Suche nach Unterstützung
Damit ihr Konzept umgesetzt werden kann, hat sich Baldwin beim Wettbewerb „Let's Change the Fashionsystem“ des gemeinnützigen Vereins FEMNET e.V. beworben. Die Studentin hat ihr Konzept außerdem für das Projekt „LehrZeit an der Uni Osnabrück“ eingereicht, um im Rahmen des Strategiepakets Lehre gefördert zu werden.

Foto: Elena Scholz
Text:
Marie Thiele

Informationen:
Prof. Dr. phil. Bärbel Schmidt, baerbel.schmidt@uni-osnabrueck.de
Lesley-Ann Baldwin, ebaldwin@uni-osnabrueck.de

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