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Textiles Gestalten


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Kleidertausch zum Ball der Universität

Fairo Moda startet Projekt "Tauschen statt Kaufen"

Zum Ball der Universität am 18. Januar 2020 können Studierende erstmals bei der Kleider-Tauschbörse "Fairo Moda" festliche Kleidung, Schuhe und Accessoires tauschen statt kaufen. Die Studierende haben die Möglichkeit, die Kleidung dauerhaft abzugeben oder sich mit den Tauschpartnerinnen und -partnern zu vernetzen, um die Garderobe nach dem Ball wieder zurückzugeben.

Das Projekt "Fairo Moda" geht hervor aus der Bachelorarbeit der Textilstudierenden Lesley-Ann Baldwin. Das Projekt wird in der Lehre zum Thema nachhaltiger Konsum von Prof. Dr. Bärbel Schmidt begleitet.

Am 7. und 9. Januar hatten Studierende erstmals die Möglichkeit beim Kleidertausch zum Ball der Universität ihr Outfit für dieses Event zu ergattern. Viele Studierende haben zu diesem Anlass ihre Kleiderschränke auf den Kopf gestellt und ihre Abendgarderobe zur Verfügung gestellt und sich im Gegenzug ein neues festliches Kleidungsstück mit nach Hause genommen, um es zum Ball der Universität und weiteren Feierlichkeiten zu tragen. Neben diesem textilen Austausch kam es zum regen Gedankenaustausch über die Themen Modeproduktion, nachhaltigen Kleiderkonsum und Kleidertausch.

Einige Studierende haben textile Spenden vorbeigebracht, die im späteren Kleidungsverleih ihren Platz finden werden. Das selbe gilt für die festlichen Kleider, die keine neuen BesitzerInnen gefunden haben. Fairo Moda bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen für die engagierte Teilnahme an der Veranstaltung und wünscht allen Gästen einen zauberhaften Ball.

Aktuell: Das Präsidium der Universität Osnabrück hat beschlossen, das Projekt "Fairo Moda: Vestimentäres Nachhaltigkeitsmanagement an der Universität Osnabrück" durch die Finanzierung von Lehraufträgen und Hilfskraftverträgen für zwei Jahre aus Studienqualitätsmitteln in Höhe von insgesamt bis zu 24.500 Euro zu fördern. Das Präsidium erwartet, dass im Rahmen der Antragstellung vom Fachbereich 1, die nachhaltige Implementierung nach Ende der Projektphase eingehalten wird.

Informationen: Textiles Gestalten, Prof. Dr. phil. Bärbel Schmidt, baerbel.schmidt@uni-osnabrueck.de

Bild: Lesley-Ann Baldwin

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Digitale Textilien

Herausgegeben von Prof. Dr. Birgit Haehnel

„In Zukunft werden mit elektronischen Leiterbahnen und Minicomputern versehene Textilien eine immer größere Rolle in Sachen mobiler Technologie spielen: Smartphones und MP3-Player werden in die Alltagskleidung integriert, textile Oberflächen können durch LEDs und Bewegungssensoren verändert werden,“ so Prof. Dr. Birgit Haehnel in der soeben im Rasch Verlag veröffentlichten Broschüre „Digitale Textilien“.

Die Broschüre basiert auf einem Kooperationsprojekt des Fachgebietes Textiles Gestalten der Universität Osnabrück mit der Dr. Hans Riegel-Stiftung. Die Stiftung hat einen sogenannten TouchTomorrow-Truck konzipiert und gebaut, dessen Ziel es ist, Schülerinnen und Schüler durch das Erleben und Ausprobieren von Zukunftstechnologien für Bildungs- und Berufswege im naturwissenschaftlich-technischen MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu begeistern.  Die Broschüre von Prof. Dr. Birgit Haehnel zum Thema „Digitale Textilien - Die Zukunft des Textilen Gestaltens“ wird ergänzt durch Beiträge von Laura-Kristin Gustenberg „Der E-Mantel - Planung und Realisierung“ und  Lucia Schwalenberg  „Smart Textiles - Anwendung und Herausforderung“.

Auf 32 Seiten mit zahlreichen Fotos und Abbildungen zeigt die Veröffentlichung Hintergründe und Entstehungsprozess eines digitalen Mantels als Anschauungs-Exponat für den Truck, der Schülerinnen und Schüler von Gesamtschulen und Gymnasien der 7./8. und 11. Klassen beim forschenden Lernen unterstützen soll.

Der digitale Mantel wurde entwickelt und angefertigt in der Kreativwerkstatt des Textilen Gestaltens um, so Prof. Dr. Birgit Haehnel, „die Verbindung von Digitalisierung mit textilen Techniken in der Lehramtsausbildung experimentell zu erforschen.“ Der E-Mantel ist u.a. ausgestattet mit Mikroprozessoren, LED-Elementen, integrierten Lautsprechern und Bewegungssensoren. Die einzelnen Elemente können von Besucherinnen und Besuchern des Science-Trucks über einen Touchscreen mit einer externen Armstulpe gesteuert werden.

Das Projekt wurde interdisziplinär unterstützt von Studierenden der Arbeitsgruppe Didaktik der Informatik am Institut für Informatik der Universität Osnabrück unter Leitung von Prof. Dr. Michael Brinkmeier.

Das Thema der Digitalisierung gehört wie die Auseinandersetzung mit Fragen der Nachhaltigkeit zu den Aufgabenbereichen der Lehramtsausbildung im Fach Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück.

Fotos: Lucia Schwalenberg (rechts unten), Wolfgang Sparenberg (alle weiteren).

Prof. Dr. Birgit Haehnel (Hrsg.)
Digitale Textilien
32 Seiten, zahlreiche teils farbige Abbildungen
Format 14,8 x 21 cm
Bramsche 2019
ISBN 978-3-89946-305-7

Video: Touch Tomorrow Truck - Smart Textiles

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Neue wissenschaftliche Mitarbeiterin

Neue Promovendin im Fachgebiet Textiles Gestalten
Seit September 2019 ist im Rahmen der Förderung des akademischen Nachwuchses im Fachgebiet Textiles Gestalten Lucia Schwalenberg als neue wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt. Neben ihren Lehrveranstaltungen wird sie an ihrem Dissertationsvorhaben zum Thema "Genius Loci - Textile Erinnerungsorte" bei Prof. Dr. Bärbel Schmidt arbeiten.

Lucia Schwalenberg hat an der Universität München, der Hochschule Hannover und der Kunsthochschule Linz Journalismus und Textildesign studiert. Sie ist Webermeisterin und ausgebildete Waldorfpädagogin. Lucia Schwalenberg arbeitet seit 2012 als Lehrbeauftragte mit dem Schwerpunkt Weberei im Textilen Gestalten. Sie hat den Werkstattbereich des Fachgebietes restrukturiert, den Lochkartenjacquard restauriert und den digitalen Jacquardwebstuhl in den Lehrbetrieb integriert. Lucia Schwalenberg hat in den vergangenen Semestern u.a. die Textilexkursion nach Sri Lanka unter Leitung von Prof. Dr. Bärbel Schmidt begleitet und den Entstehungsprozess des akademischen Schals für die PromovendInnen der Universität Osnabrück. Außerdem hat sie die Entwicklung einer Wolldecken-Kollektion nach Bauhaus-Archivproben von Studierenden für das Tuchmacher Museum Bramsche und die Redaktion der Broschüre "Digitale Textilien" für Prof. Dr. Birgit Haehnel betreut.

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Installation "Sound-Signs"

Ausstellung im Rahmen der Osnabrücker Kulturnacht
Studierende des Fachgebietes Textiles Gestalten zeigen  ihre Arbeiten aus dem Seminar "Handschrift / Selbstgespräch / Ich-Zeichung /" unter Leitung der Modedesignerin Annette E. Schneider. Eine Installation mit Werkhallenatmosphäre im Atelier Paletot.

Im Rahmen der Osnabrücker Kulturnacht im August 2019 stellen neun Studierende aus dem vierten bis achten Semester ihre Semesterarbeiten vor. Ausgestellt werden Bleistiftzeichungen, die aus Handschriften entwickelt wurden, die wiederum aus einem inneren Monolog entstanden sind. Die Arbeiten sind visuell und akustisch zu einer Installation zusammengefügt.

Beteiligte Studierende: Madita de Barse, Merle Harms, Carolin Krüger, Gülnaz Mutlu, Carolin Polaczyk, Gesa Rüffer, Ayse R. Tutar, Zeynep Uygur, Anja Völlmer.

Foto: Annette E. Schneider.

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Der akademische Schal der Universität Osnabrück

Entworfen von Studierenden im Textilen Gestalten
Ein Symbol für die eigenen akademischen Leistungen und die Verbundenheit zur Universität Osnabrück: Im akademischen Schal vereinen sich universitäres Schaffen und Handwerkskunst zu einem Meisterwerk. Der aus italienischer Seide gewebte Schal wurde von Studierenden aus dem Fachgebiet Textiles Gestalten entwickelt und in regionaler Handwerksarbeit auf einem historischen Jacquard-Webstuhl hergestellt. Erstmals wurde er bei der Promotionsfeier 2019 an die erfolgreichen Doktorinnen und Doktoren und Habilitierten der Universität Osnabrück übergeben. Seit Sommer 2019 ist der Schal auch im Unishop erhältlich.

Vom Entwurf zum fertigen Schal
Der Weg des akademischen Schals begann mit der Anfrage des Präsidiums an das Fachgebiet Textiles Gestalten, mit Studierenden einen akademischen Schal der Universität zu entwickeln. Eine willkommene Bitte, weil sich mit dem Uni-Schal-Projekt die Chance bot, den mit Investitionsmitteln neu angeschafften digitalen Jacquard-Webstuhl für eine anspruchsvolle und konkrete Aufgabe in Betrieb zu nehmen. Dies war eine hohe Motivation für die Studierenden und die Lehrenden im Webkurs »Von analog bis digital«.

Die Studierenden recherchierten die Hintergründe akademischer Kleidung und beschäftigten sich mit Symbolen und gestalterischen Elementen der Universität sowie der Stadt Osnabrück. In Skizzen und Entwürfen entwickelten sie Vorlagen, die im digitalen Bildbearbeitungsprogramm überarbeitet, mit Gewebebindungen belegt und am digitalen Jacquard-Webstuhl gewebt wurden. Bei Präsentationen mit dem Präsidium und der Kommunikationsabteilung kristallisierte sich ein Gemeinschaftsentwurf heraus. Auf dem letztendlich realisierten Entwurf wandert das Logo der Universität über den Schal ebenso wie die Studierenden, die die Universität erfolgreich durchlaufen. Die Silhouette Osnabrücks und des Schlosses mit dem Schriftzug »UOS« symbolisiert den zentralen Ort der Universität. In der Mitte verbindet sich das Friedensrad der Stadt mit einer Lilie als Symbol für Weisheit und Erkenntnis und als Sinnbild für den Schlossgarten als zentralem Treffpunkt der Studierenden.

Mit Udo van der Kolk wurde eine regionale Jacquard-Weberei gefunden, die in der Lage ist, nach Designvorlagen in Kleinserie von 100 oder 200 Stück zu weben. Dazu mussten die Bindungen für die Kett- und Schussdichte umgezeichnet und der Kartenlauf mit mehr als 5.000 Jacquard-Karten für die gesamte Schallänge angefertigt werden. Der Schal wird in roter Seide auf schwarzer Baumwolle als Meterware gewebt und mit Saum und Fransen versehen.

Beteiligte Studierende:

Sümeyye Asci, Pauline Becking, Julia Falke Amelie Gieschler, Merve Kocaoglu, Lara Munsch, Naina Josefina Reuter, Julia Schaller, Rieke Scholle, Nesibe Türkaslan, Derya Tuztas.

Beteiligte Lehrende:
Prof. Dr. Bärbel Schmidt, Dipl. Des. Lucia Schwalenberg.

Fotos: Ralf Orlowski (links oben), Lucia Schwalenberg (alle weiteren).

Prof. Dr. Wolfgang Lücke (Hrsg.)
Der akademische Schal der Universität Osnabrück
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl
28 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
Format 21 x 14,8 cm
Universität Osnabrück 2019

Der akademische Schal der Universität Osnabrück

https://www.youtube.com/watch?v=2WFaOG1asos&feature=youtu.be

https://www.uni-osnabrueck.de/veranstaltungen/zentrale-veranstaltungen/promotionsfeier/

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Auf den zweiten Blick - Bauhaus-Stoffe als Inspiration

Kooperation Tuchmacher Museum Bramsche - Universität Osnabrück/Textiles Gestalten
Klein und fein liegen sie vor uns: Die Archivproben von Gunta Stölzl, Webermeisterin am Bauhaus. Befestigt auf grauen Pappen in Din A4, mit sauberer Bleistiftschrift mit Anmerkungen versehen, um Patronenzeichnungen und Einzüge ergänzt. Manchmal flüchtig, fast fragmentarisch, manchmal ausführlich mit Colorits und Variationen ergänzt. Das Universum und Vermächtnis einer Weberin mit Strahlkraft für die textile Welt. In Groningen, kurz hinter der niederländischen Grenze, liegt der Archivbestand ausgebreitet im Arbeitsraum der Stölzl-Tochter Monika Stadler. Gemeinsam mit der studentischen Mitarbeiterin Mirjam Deckers sichtet, inventarisiert und verwahrt Monika Stadler das textile und kulturelle Erbe ihrer Mutter. Jede Textilkennerin  zieht der Anblick solcher Archivproben in den Bann. Assoziationen entstehen zum Experimentieren mit Materialien und Farbstellungen, zum Mustern und Sammeln, zur Weiterentwicklung und dem Verfeinern von Bindungen, dem Verändern durch Skalieren der Proportionen oder durch Details der Schussfolge - Ideen für Serien, Kollektionen und Abwandlungen.

Kerstin Schumann, Museumsleiterin am Tuchmacher Museum Bramsche sowie Annette Hülsenbeck und Lucia Schwalenberg von der Universität Osnabrück suchen die passenden Proben aus für die Ausstellung „Auf den zweiten Blick - Bauhaus-Stoffe als Inspiration“. In Kooperation mit dem Fachgebiet Textiles Gestalten der Universität Osnabrück würdigt das Museum zum 100jährigen Bauhaus-Jubliäum 2019 die Bauhausweberin mit dieser besonderen Ausstellung basierend auf Gunta Stölzls Musterarchiv.

Projekt Bauhaus Webwerkstatt im Textilen Gestalten der Universität Osnabrück
Ausgehend von ausgewählten Proben lassen sich die Studierenden im „Projekt Bauhaus-Webwerkstatt“  an der Universität Osnabrück inspirieren, arbeiten die Proben nach, interpretieren sie neu, passen sie den technischen Gegebenheiten des Jacquardwebstuhls im Museum an. Zum Einsatz im Webkurs im Lehramtsstudium Textiles Gestalten kommen neben unterschiedlichen Musterwebstühlen des Fachgebietes und dem restaurierten Lochkartenjacquard samt Kartenschlagmaschine vor allem der neu angeschaffte digitale Handjacquard-Webstuhl TC2, der die Umsetzung der Proben in der knappen Seminarzeit mit 14 Studierenden überhaupt erst möglich macht.

Während die Studierenden an den Proben arbeiten, begutachten und reparieren die Technikexperten Wolfgang Sternberg und Hans-Heinrich Schwalenberg im Tuchmacher Museum die Kartenschlagmaschine. Erstmals in der zwanzigjährigen Geschichte des Museums ist sie im Einsatz. Erstmals werden in dieser Ausstellung zu den vorhandenen drei historischen Kartenläufen selbst geschlagene Muster im Museum gewebt.

Jacquardkarten für die Ausstellung

Nach einer Schulung an der Kartenschlagmaschine stanzen die Museumstechniker Antonio Torres und Volker Leismann in hochkonzentrierter Arbeit die Entwürfe Gunta Stölzls und der Osnabrücker Studierenden in Jacquardpappen. Schussreihe für Schussreihe lesen die Beiden je 400 Positionen von der Patrone ab und übertragen die Bindungspunkte in Lochungen. Sie nähen die Kartenläufe am Nähbrett zusammen und hängen den Lauf in das Jacquardprisma ein. Für alle Beteiligten ein beglückender Moment, als die ersten Kartenläufe schließlich das richtige Musterbild ergeben, manchmal noch korrigiert werden müssen, manchmal auch auf Anhieb klappen.

Exklusive Wolldecken-Kollektion für den Museumsshop
Die Proben sind passend zum Thema Wolldecken ausgewählt. Wolldecken gehören zu den traditionellen Produkten der Tuchmacher, die in Bramsche über 400 Jahre gemeinschaftlich feine Wolltuche herstellten. Heute setzt das Museum die Produktion auf über 100 Jahre alten Maschinen am authentischen Standort fort und ist Bestanddteil der Route der Industriekultur.

Die aus den Stölzl-Proben entwickelten Wollstoffe sind exklusiv zur Ausstellungseröffnung im Museumsshop als Kollektion erhältlich. Ein neues Sortiment für das Museum. Eine neue Erfahrung auch für Besucher und Besucherinnen, die den Weg von der Inspirationsquelle, dem Entwurf, dem Kartenschlagen bis zum Weben und dem fertigen Produkt in einer anschaulichen Einheit nachvollziehen können. Ein Großteil der Wollgarne für die Produktion wird auf museumseigenen Maschinen, wie der Krempelmaschine und dem Selfaktor, hergestellt.

Das Tuchmacher Museum: Bramscher Rot für die Kollektion
Das Tuchmacher Museum Bramsche ist mit seinen historischen Gebäuden der Tuchmacher-Innung idyllisch am Flussufer der Hase gelegen. Insbesondere die als Uniformstoffe hergestellten Tuche im leuchtenden „Bramscher Rot“ machten die Tuchmachergilde berühmt. Den Farbstoff für den besonderen Rot-Ton gewann der Schönfärber der Gilde aus den Wurzeln der Krapppflanze.
Es liegt nahe, dass das Bramscher Rot im Kooperationsprojekt des Tuchmacher Museums und der Universität Osnabrück zu den Archivproben Gunta Stölzls eine Rolle spielt. Neben neutralen Tönen von weiß bis grau, enthält die Probenauswahl der Studierenden eine Palette an roten Entwürfen. Ein Teil der Entwürfe wird ergänzend zum Museumsjacquard an der Schaftmaschine des Museums auf einer roten Wollkette gewebt und nach dem Walken und Rauhen zu Wolldecken verarbeitet.

Für die Studierenden ist es motivierend, sich mit einer anspruchsvollen und konkreten Aufgabe  zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum auseinanderzusetzen. Und das für das wenige Kilometer von Osnabrück entfernte Tuchmacher Museum, das die Studierenden aus Exkursionen und Projekten schätzen. Die Aussicht, die Entwürfe am Jacquardwebstuhl des Museums zu realisieren und die entstehenden Wolldecken im Museumsshop zu präsentieren, ist zusätzlicher Ansporn. In Gruppenarbeit konzentrieren sich die Studierenden bei der Entwicklung und Umsetzung der Archivproben von Gunta Stölzl auf diejenigen Entwürfe, die am Museumsjacquard technisch umsetzbar sind. Dies sind Entwürfe im Schussdouble für „Polka-Dots“ und einen handgezeichneten Entwurf Gunta Stölzls sowie die Umsetzung des Museumslogos in Form eines Weberschiffchens. Außerdem Gewebe in Flechtköper und Waffelbindung, die aufgrund der Fadendichten und Platinenzahl am Museumswebstuhl von 14 auf acht Schäfte adaptiert werden.

Werkstattarbeit am Bauhaus als pädagogische Grundlage
Die Lehramtsstudierenden im Textilen Gestalten setzen sich in diesem Projekt mit dem Thema Werkstattarbeit und ästhetische Erziehung in der Bauhaus-Pädagogik auseinander. Das Bauhaus steht als reformpädagogische Hochschulbewegung mit Strahlkraft weit über die deutschen Grenzen hinaus als Leuchtturm für fruchtbare pädagogische und gestalterische Arbeit in den Werkstätten als Grundlage einer fundierten Ausbildung der Studierenden.

Ein weiterer Bestandteil der Ausstellung im Tuchmacher Museum ist die Frage, wie Stoffe für Bekleidung im Bauhaus ausgesehen haben könnten. Bei der Sichtung der Musterkarten im Archiv Gunta Stölzls stieß die Textil- und Bekleidungswissenschaftlerin Annette Hülsenbeck auf überraschende Entdeckungen. Sie fand in einer Ausgabe der Vogue von 1929 Abbildungen sehr ähnlicher Stoffmuster für die Produktion von Kleidern.

Dies war der Ausgangspunkt, das Thema „Kleidung am Bauhaus“ für die Ausstellung weiter zu verfolgen. „Auf den zweiten Blick“ förderten die Recherchen von Annette Hülsenbeck Texte von Bauhäuslerinnen zum Thema Mode, Stoffe und Kleider zu Tage. Parallel griff eine Gruppe von Textil-Studierenden das Thema auf. Unter der Anleitung der Textilkünstlerin Hiltrud Schäfer und der Textildesignerin Corinna Boknecht entwickelten sie vom Bauhaus-Design inspirierte Kleiderentwürfe als Papiermodelle mit experimentellem Charakter.

Beteiligte Studierende: Canan Barcin, Julia Falke, Amelie Gieschler, Bilâl Enes Görmez, Elena Hardeenberg, Joana van der Kolk-Dölling, Karoline Meyer-Hollje, Laura Möller, Naina Reuter, Julia Schaller, Nesibe Türkaslan, Derya Tuztas, Betül Yeyet, Duygu Yildrim. (Bauhaus-Webwerkstatt)
Sümeyye Asci, Fabienne Becker, Pauline Becking, Alexander Büsing, Milena Czeczor, Johanna Erwardt, Julia Falke, Jelke Kristin Färber, Lena Feldkamp, Marie Fink, Tunc Güney, Elena Hardenbeg, Gesche Hillmann, Leonie Hof zum Berge, Carolin Jankowski, Büsra Karakaya, Büsra Kayatas, Marie-Theres Kempermann, Anna-Katharina Kestel, Merve Kocaoglu, Karoline Meyer-Hollje Lara Munsch, Gülnaz Mutlu, Sabrina Müller, Carmen Norda, Carolin Polaczyk, Josefine Porompka, Neeske Caecilia Luise Remy, Annette Sander, Julia Schaller, Rieke Scholle, Susanne Schweigel, Lara Spannhoff, Charlotte Tellmann, Zeynep Uygur, Lisa Verheyden, Anja Völlmer, Zaklina Vojvodic, Anna Wandscher, Betül Yeyit, Duygan Yildirim. (Bauhaus-Mode)

Beteiligte Lehrende: Dipl.Des. Lucia Schwalenberg (Bauhaus-Webwerkstatt), Dipl. Päd. Annette Hülsenbeck und Hiltrud Schäfer (Bauhaus-Mode)

Fotos: Ralf Orlowski (links oben), Lucia Schwalenberg (alle weiteren).
Text
: Kerstin Schumann/Lucia Schwalenberg

Hülsenbeck, Annette/Schumann, Kerstin/Schwalenberg, Lucia/Thörner, Ilka
Auf den zweiten Blick. Bauhaus-Stoffe als Inspiration
80 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
Format 14,8 x 21 cm
Bramsche 2019
ISBN 978-3-89946-302-6

Video zum Bauhaus-Projekt

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Mit "Fairo Moda" gegen den Massenkonsum

Textilstudierende etwickelt Konzept für nachhaltige Fashionindustrie
Noch nie haben wir so viel Kleidung besessen wie heute. Im Durchschnitt kaufen die Deutschen bis zu 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Muss das wirklich sein? Das fragt sich auch Lesley-Ann Baldwin, Studentin des Fachgebietes Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück. Auf diese Frage hin konzipierte sie eine Studierendenfirma, die die Modeindustrie nachhaltig verbessern soll. Studierende sollen zukünftig Kleidungsstücke ausleihen und laufend tauschen können, anstatt sie wegzuwerfen. Zusätzlich verbindet Baldwin den Verleih mit einem geplanten Modul für ihr Fach, um Praxis und Lehre zu verbinden. Die Studentin ist im Wettbewerb „Let's Change the Fashionsystem“ von FEMNET e.V. als Favoritin nominiert.

Überproduktion und schnelllebige Trends
Die heutige Modebranche sei eine der umweltschädlichsten Industrien der Welt. Durch Überproduktion und schnelllebige Trends werden Ressourcen verschwendet. Die Natur wird verschmutzt und durch Pestizide belastet, so Baldwin. „Die Missstände in der Textilindustrie sind unserer Gesellschaft durchaus bekannt, werden jedoch viel zu wenig thematisiert“, kritisiert sie. Die Verleihstelle „Fairo Moda“ und ihr geplantes Modul zum „Nachhaltigkeitsmanagement“ im Textilen Gestalten der Universität sollen über die Zustände aufklären. Studierenden sollen in nachhaltigem Konsumverhalten vor Ort unterstützen werden.

Zentrale Kleider-Verleihstelle für Studierende
Baldwin hat das Konzept für „Fairo Moda“ detailliert ausgearbeitet: In einer zentralen Verleihstelle auf dem Campus sollen sich Studierende Kleidungsstücke für Alltag und besondere Anlässe ausleihen und diese während der Geschäftszeiten tauschen können. Die Studentin erklärt: „Das Prinzip ähnelt dem einer Bibliothek – nur mit Kleidung statt mit Büchern.“ Wissenschaftliche Hilfskräfte und Studierende sollen die Abläufe der Verleihstelle von „Fairo Moda“ sowie die Arbeitsbereiche Visual Marketing und Event Planning regeln. Für den Verleih soll zu Kleiderspenden aufgerufen und Secondhandware eingekauft werden. Baldwin will zudem mit lokalen, nachhaltig produzierenden Jungdesignerinnen und –designern zu kooperieren.

Lehrmodul zur Nachhaltigkeit
Das geplante Modul zum „Nachhaltigkeitsmanagement“ soll „Fairo Moda“ direkt mit der universitären Lehre verbinden. Bärbel Schmidt, Professorin für Textil- und Bekleidungswissenschaften an der Universität Osnabrück, hat Baldwin von Beginn an bei ihrer Arbeit begleitet und unterstützt. „Das gesamte Konzept ist bis ins Detail durchdacht“, erläutert die Professorin. „Praxis und Lehre finden zahlreiche fächerübergreifende Schnittpunkte. Es könnten Seminare aus Wirtschaftswissenschaft, Biologie oder Geographie integriert werden“. Die Modulbeschreibung könnte in über 30 Fächern sowohl in die Didaktik als auch in den Professionalisierungsbereich der 2-Fächer-Bachelor eingegliedert werden, so Baldwin und Schmidt.

Theorie und Praxis zur Modeindustrie
In den Seminaren sollen sich die Studierenden mit ökologisch und ökomischen Themen sowie mit der Politik der Modeindustrie auseinandersetzen. Ihre Ideen könnten sie dann bei „Fairo Moda“ und außerhalb der Universität in die Praxis umzusetzen. „Unser Ziel ist es, vor allem die Fachdidaktik zu prägen“, erläutert Baldwin. „Angehende Lehrerinnen und Lehrer sollen ihr Wissen nach außen tragen und die jüngere Generation für das Thema einer fairen, nachhaltigen Industrie sensibilisieren“. Schmidt ergänzt: „Wir müssen Verantwortung übernehmen und gezielt darüber nachdenken, wie wir die Erde für die kommenden Generationen hinterlassen wollen.“

Suche nach Unterstützung
Damit ihr Konzept umgesetzt werden kann, hat sich Baldwin beim Wettbewerb „Let's Change the Fashionsystem“ des gemeinnützigen Vereins FEMNET e.V. beworben. Die Studentin hat ihr Konzept außerdem für das Projekt „LehrZeit an der Uni Osnabrück“ eingereicht, um im Rahmen des Strategiepakets Lehre gefördert zu werden.

Foto: Elena Scholz
Text:
Marie Thiele

Informationen:
Prof. Dr. phil. Bärbel Schmidt, baerbel.schmidt@uni-osnabrueck.de
Lesley-Ann Baldwin, ebaldwin@uni-osnabrueck.de

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Projekttage "Inklusive Didaktik"

Kooperationsprojekt mit der Ernst-Klee-Schule in Mettingen
Rund 1.000 Kinder beteiligten sich mit beinahe 800 Arbeiten am Wettbewerb "Jugend gestaltet" 2019 des Kreises Steinfurt. Von den eingereichten Arbeiten wurden 140 Bilder und 53 Objekte von einer Fachjury für eine Ausstellung ausgewählt.Zu den ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehören vier Klassen der Ernst-Klee-Schule in Mettingen (LWL-Förderschule), die im Wintersemester 2018/19 mit Lehramtsstudierenden des Textilen Gestaltens kooperiert haben.

Im Rahmen eines Seminars zur "Inklusiven Didaktik" erarbeiteten die Studierenden unter Leitung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Christine Löbbers an zwei Projekttagen mit den Schülerinnen und Schülern der Erst-Klee-Schule das Thema Heterogenität und kulturelle Vielfalt mithilfe verschiedener textiler Techniken. In einer anderen Klasse lag der Schwerpunkt in der kritischen Betrachtung des Plastikmülls in den Weltmeeren und der textil-künstlerischen Umsetzung des Themas. Ziel des Seminars war es, den Studierenden einen Einblick in Unterrichtssituationen mit Kindern zu geben, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf aufweisen.

Gefördert und unterstützt wurde das Seminar durch das EKBI-Projekt (Projekt "Expertise und Kooperation für eine Basisqualifikation Inklusion") der Universität Osnabrück. Im Rahmen der Tandem-Lehre fand die Lehrveranstaltung in Kooperation zwischen Fachdidaktikerinnen und externen (sonderpädagogischen) Expertinnen und Experten statt.

Die Ausstellung mit den ausgewählten Arbeiten ist nach einer ersten Station im Kunsthaus Kloster Gravenhorst  ein Jahr lang als Wanderausstellung im Kreisgebiet Steinfurt unterwegs.

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Tuftingkurs

Tuftinganlage im Textilen Gestalten in Betrieb
Die Tuftinganlage im Textilen Gestalten ist nach einer Restrukturierung der Werkstatträume und Wartung der Geräte wieder in Betrieb. Acht Studierende machten den Anfang im Tufting-Workshop der Textildesignerin Lucia Schwalenberg. In einer Größe von jeweils 40 x 40 cm tufteten die Studierenden nach eigenen Skizzen und Entwürfen und  konnten am Ende des dreitägigen Workshops ein selbstgetuftetes Exponat präsentieren.

Beteiligte Studierende: Meike Ammermann, Johanna Erwardt, Marie-Christine Fink, Kaya Arslan Özdem, Anja Leshoff, Heidrun Schneider, Betül Yeyit.

Tufting-Kursbeschreibung

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Traditionelle Textilhandwerke auf dem Vormarsch in die Moderne

Ausstellung zum Blaudruck und Stipwerk im Textile Research Centre, Leiden/Niederlande
Das textile Handwerk des Blaudruckens ist Dank des Einsatzes des Blaudruckers Georg Stark in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes Deutschland aufgenommen worden.

Im Wintersemester 2018/19 setzen sich Textil-Studierende im Seminar „Weltkulturerbe: Blaudruck und Stipwerk“ mit diesen historischen Handwerkstechniken auseinander. Ein Schwerpunkt ist die Frage, wie diese Techniken wieder im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werden können und welche Produkte dabei helfen, dass beide Techniken den Weg zurück in den Alltag schaffen.

So entstanden zahlreiche moderne Kleidungsstücke und Objekte aus Stoffen mit alten Blaudruckmustern. Alle Exponate fordern zum Greifen, Befühlen, Betasten oder Verändern auf.

Beteiligte Studierende: Julia Falke, Gesche Hillmann, Marie-Theres Kempermann, Ann-Kathrin Leimkuhle, Caroline Polaczyk, Naina Reuter, Julia Schalle.

Beteiligte Lehrende: Prof. Dr. Bärbel Schmidt, Christine Löbbers

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Inspirationsquelle Sri Lanka

Exkursion in ein Land mit reicher textiler Tradition
Eine Gruppe von Studierenden und Lehrenden des Textilen Gestaltens reiste im Frühjahr 2018 für drei Wochen zu einer Textilexkursion nach Sri Lanka.

Sri Lanka ist ein Land mit reicher textiler Tradition insbesondere im Bereich der Weberei. Das Land befindet sich nach fast 30jährigem Bürgerkrieg im Wiederaufbau. In Sozialprojekten, Handwerkszentren und Manufakturen werden Handwebstühle aufgebaut und zur Produktion einheimischer Textilien verwendet, unabhängig von der Massenproduktion in industriellen Freihandelszonen. Voraussetzung für die erfolgreiche Vermarktung der handgewebten Textilien ist neben der handwerklichen Ausführung hochwertiges Design.

Konkrete Aufgabe für die Exkursionsgruppe unter der Projektleitung von Prof. Dr. Bärbel Schmidt war die Unterstützung eines Sozialprojekts im ehemaligen tamilischen Bürgerkriegsgebiet im Norden Sri Lankas. Die Studierenden entwickelten und präsentierten Designs für handgewebte Textilien für WEAVE, ein Projekt, das alleinerziehenden Frauen, häufig tamilischen Kriegswitwen, durch die Arbeit in Kooperativen und an heimischen Webstühlen ein eigenes Einkommen ermöglicht.

Weitere Bestandteile der Textilexkursion waren Besuche bei Textil-Hochschulen auf der Insel,  in einem traditionellen Webdorf im Tamilengebeit, einer Färbe-Iniative in den Bergen Sri Lankas, bei Textilmanufakturen, TextilkünstlerInnen und –desigernInnen, dem National Crafts Council, dem Nationalmuseum Colombo und dem Goethe-Institut.

Beim gemeinsamen Workshop mit Studierenden der Universität Morutawa ging es um den Austausch textiler Techniken, um die Vermittlung von Gestaltung und um pädagogische Konzepte.  Besonders interessiert waren Lehrkräfte und Studierende der Universität Moratuwa und der ebenfalls besuchten AOD Design Akademie Sri Lanka an der aktuell sehr guten technischen Werkstatt-Ausstattung im Fachgebiet Textiles Gestalten in Osnabrück. Hier ist soeben die zukunftsweisende Neuanschaffung eines digitalen Handjacquardwebstuhls erfolgt, sowie die Restrukturierung der Webwerkstatt, inklusive Instandsetzung eines historischen Lochkartenjacquards - einmalig an einer Universität in Deutschland.

Ermöglicht wurde die Vorbereitung von Kooperation und Exkursion durch internationale Kontakte der ehemaligen Osnabrücker Universitätsabsolventin, Dr. Mirja Kekeritz, die mit einem DAAD-Stipendium in Sri Lanka forscht.

Beteiligte Studierende: Catrin Adam, Pauline Becking, Amelie Gieschler, Cynthia Göcken, Anna-Katharina Kestel, Anna Klinar, Carolin Polaczyk, Neeske Remy, Lara Schöber, Rieke Scholle.

Beteiligte Lehrende: Prof. Dr. Bärbel Schmidt, Dipl. Des. Lucia Schwalenberg

Fotos: Lucia Schwalenberg

Prof. Dr. Bärbel Schmidt/Dr. Mirja Kekeritz/Lucia Schwalenberg
Textilexkursion Sri Lanka
Format 14,8 x 21 cm
32 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
Universität Osnabrück/Textiles Gestalten 2018

Textilexkursion Sri Lanka

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Werkstatt-Reader

Einführung in die Textilwerkstatt für Studierende der Universität Osnabrück
Zur Einführung der Studierenden in den Werkstatt-Bereich des Textilen Gestaltens liegt zum internen Gebrauch ein umfangreicher Werkstatt-Reader vor. In ausführlichen bebilderten Anleitungen läßt sich die Bedienung des digitalen Jacquards, des Lochkartenjacquards, weiterer Webstühle, Spinngeräte und der Tuftinganlage Schritt für Schritt nachvollziehen. Der Werkstatt-Reader mit 70 Seiten plus Anhang liegt im Werkstatt-Bereich des textilen Gestaltens für Studierende an den Arbeitsstationen bereit.

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Digitaler Jacquardwebstuhl TC2 für den Lehrbetrieb

Digitalisierung im restrukturierten Werkstattbereich
Im Fachgebiet Textiles Gestalten erfolgt nach umfangreicher Restrukturierung des Werkstattbereichs die verstärkte Einbeziehung digitaler Technologie in Forschung und Lehre. Die Geräteausstattung wird im Spannungsbogen zwischen analoger und digitaler Technologie neu zusammengestellt, gewichtet und zukunftsweisend orientiert. Dazu gehört die Inbetriebnahme eines digitalen Jacquardwebstuhls, kurz TC2. Im Grundkonzept bildet und erweitert sich dadurch ein textiles Forschungslaboratorium für Studierende und Lehrende mit zukunftsfähiger Ausstattung. Es entsteht eine schlüssige Verbindung von historisch gewachsenem technischem Gerätebestand eines Lochkartenjacquards mit Kartenschlagmaschine als analogem Prototyp der Digitalisierung bis zur neuesten Enwicklung digitaler Webtechnologie. Der Sprung ins 21. Jahrhundert im textilen Bereich.

Die neue Geräteausstattung im Werkstattbereich des Textilen Gestaltens bietet Kooperations- und Fördermöglichkeiten im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zur Stärkung technischer Kompetenzen in einem Fach mit hohem weiblichen Anteil und gleichzeitig das Ziel auch männliche Studierende anzusprechen. Die analoge und digitale Werkstattausstattung ermöglicht neue Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschungsprojekte im fächerübergreifenden Kontext der Universität Osnabrück und über die Hochschule hinaus.

Durch den Einsatz digitaler Technologie verändern sich die Möglichkeiten der Arbeit im textilen Bereich elementar. Arbeitsschritte, die in archaischen und industriellen Techniken arbeits-, zeit- und kostenintensiv sind, werden mit digitalen Techniken einsatzfähig und bezahlbar. Nach Industrialisierung und Globalisierung erfolgt  die Digitalisierung.

Das gilt im textilen Bereich beispielhaft für den komplexen Bereich der Jacquardweberei. Am Jacquardwebstuhl ist es möglich, sämtliche Fäden einzeln anzusteuern und nicht wie beim Schaftwebstuhl in vorgegebenen Fadengruppen. Hierdurch werden komplexe Musterungen, Gewebe und bildhafte Darstellungen möglich. Beim historischen Jacquardwebstuhl erfolgt das als analoges Urmodell der Digitalisierung mit Lochkartenläufen nach den Vorläufern der Zug-, Zamperl- oder Damastwebstühle. Die im 19. Jahrhundert bahnbrechend entwickelten Lochkartenjacquards sind industriell in mehreren Innovationsschüben ersetzt worden durch computergesteuerte Maschinen.

Der digitale Hand-Jacquardwebstuhl TC2 ist eine innovative Entwicklung aus Norwegen. TC2 steht für Thread-Controller 2 als Nachfolgemodell des Prototypen TC1. Mit diesem Webstuhl ist es möglich einen in der Industrie raumgreifenden, digitalen Jacquardwebstuhl in handhabbarem Format in Forschung und Lehre einzusetzen. Die Entwicklung geht zurück auf die ehemalige norwegische Hochschulprofessorin Vibeke Vestby. Mit norwegischen Forschungsfördermitteln begann sie aus der Hochschule Oslo heraus mit der Entwicklung eines digitalen Hand-Jacquards. Nach der Praxiserprobung des Vorläufermodells TC1 brachte sie unter dem Dach von Digital Weaving Norway ein überarbeitetes und optimiertes Modell in Form des TC2 heraus.

Die Universität Osnabrück ist mit dieser digitalen Ausstattung deutschlandweit herausragend in der Ausstattung des Werkstattbereiches für die Studierenden der Textilpädagogik.

Fotos und Text: Lucia Schwalenberg

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Historischer Lochkarten-Jacquard voll funktionsfähig

Restaurierung im Werkstatt-Bereich des Textilen Gestaltens
Im Rahmen der Restrukturierung des Werkstattbereichs im Textilen Gestalten erfolgt eine Restaurierung des historischen Lochkarten-Jacquardwebstuhls des Faches. Im Werkstattbereich besteht eine kulturhistorisch gewachsene umfangreiche Geräteausstattung, die für eine textilpädagogische Hochschule in Deutschland herausragend ist. Zur Ausstattung gehören neben dem Lochkartenjacquard mit  Kartenschlagmaschine und Didaktikmodell, ein Tastatur-, Muster-, ein Kontermarsch- und ein Hochwebstuhl, Tischwebstühle und eine Vielzahl unterschiedlicher Webrahmen und Geräte wie Spulgeräte und Schärbaum. Zur Erweiterung des Lehrbetriebs in den Bereich der Digitalisierung erfolgt die Anschaffung eines digitalen Handjacquards. Im textilen Bereich bildet sich damit exemplarisch der Spannungsbogen von archaischen textilen Techniken über industrielle Produktionstechniken bis zur digitalen Technologie.

Der historische Lochkarten-Jacquardwebstuhl kam über mehrere Stationen in den Fachbereich Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück. Ursprünglich angeschafft in den 60er Jahren vom Textilmuseum Neumünster, kam er über die Gründerin des Europäischen Textilnetzwerks ETN, Beatrijs Sterck, in den 70er Jahren nach Hannover. Von dort holte ihn in den 80er Jahren Almut Bohnsack, ehemals Professorin im Textilen Gestalten, nach Osnabrück. Almut Bohnsack war involviert in die Vorbereitungen zur Technikgeschichte des Deutschen Museums München und anderer Museen. Den Webstuhl erwarb sie zusammen mit einer Kartenschlagmaschine von Anfang des 20. Jahrhunderts, die ebenfalls im Textilmuseum Neumünster stand. Dazu gehört auch das zum Vorbereiten der Kartenläufe erforderliche Schnürbrett. Durch diese textil- und kulturhistorische Einheit ist der technische und gestalterische Arbeitsablauf der Jacquardweberei nachvollziehbar und reproduzierbar.

Der Jacquardwebstuhl war durch unsachgemäßen Gebrauch und Stillstand zu Beginn der Restaurierung nicht einsatzfähig. Für den technischen Support wurde Wolfgang Sternberg, Leiter der Museumsweberei Meldorf gewonnen. Bei der Restaurierung hilfreich war die Sachkunde von Jürgen Menkhaus/Universitäts-Tischlerei. Die Restaurierung der Kartenschlagmaschine erfolgte durch Dipl. Ing. Hans-Heinrich Schwalenberg. Bei unterstützenden Arbeiten am Jacquardkopf war die ehemalige Studentin Vanessa Seifert im Einsatz. Die Gesamtkoordination des Projektes lag bei der Textildesignerin Lucia Schwalenberg.

Durch die Restaurierung steht der Lochkartenjacquard für den Lehrbetrieb wieder zur Verfügung. Erstmals zum Einsatz kam der Webstuhl für die Musterproben zur Textilexkursion nach Sri Lanka. Erste eigene Kartenläufe schlugen in weiteren Kursen die Studierenden Alexander Büsing, Tunc Güney und Lena Köster. Bei der Kettbespannung halfen die Studierenden Amelie Gieschler, Pauline Becker, Canan Barcin.

Fotos und Text: Lucia Schwalenberg

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Basadi Women's Project

Kooperation mit der Tshega Christian Mission Limpopo, Südafrika
Das Basadi Women’s Project in Südafrika ermöglicht arbeitslosen und stark gefährdeten Frauen die einmalige Chance einer Berufsausbildung als Näherin. Dadurch erhalten sie und ihre Kinder bzw. Familienangehörige eine echte Lebensperspektive.

Im Wintersemester 2017/18 entwickelt Franziska Dix, Studentin im Fachgebiet Textiles Gestalten, für ein Semester unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Haehnel mit dem Basadi Women’s Project einen Basislehrplan (Kerncurriculum) zur Ausbildung von Näherinnen. Der auf die Lebensverhältnisse vor Ort abgestimmte Lehrplan dient der Professionalisierung der Nähausbildung. Er garantiert eine qualifizierte Fachausbildung und sichert damit auch die Lebensgrundlage der Näherinnen und ihrer Familien. Diese nachhaltige Aus- und Fortbildungsförderung wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur für sechs Monate finanziert.

http://www.basadiproject.org.za

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Buchveröffentlichung

Sarah Wassermann: Modegruppen und Textilzirkel in der DDR
Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Textiles Gestalten arbeitete Sarah Wassermann an einem BKM geförderten Forschungsprojekt im Museum Europäischer Kulturen (MEK) in Berlin. Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit wurden in der Publikation „Modegruppen und Textilzirkel in der DDR“ im Verlag der Kunst veröffentlicht.

Das Buch bietet einen Einstieg in die Thematik über drei verschiedene Ebenen: Während der erste Teil den theoretischen, kulturpolitischen Überbau erläutert, verdeutlicht der zweite Teil die Lebenswirklichkeit und Alltagserfahrungen der Gruppen. Der abschließende dritte Teil visualisiert die Textilien als materielle Zeugnisse. Die Veröffentlichung ist ein Zwischenstand ihrer Forschungsarbeit im Rahmen der Promotion.

Sarah Wassermann
Modegruppen und Textilzirkel in der DDR

Die Sammlung im MEK. Schriftenreihe Museum Europäischer Kulturen, Band 21
109 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
Format 21 x 23 cm
Dresden 2017
ISBN 978-3-86530-239-7

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Kleider machen Leute - Sind wir, was wir tragen oder tragen wir, was wir sind"

Prof. Dr. Bärbel Schmidt auf dem Osnabrücker Wissensforum

Einen Abend voller spannender Fragen und Antworten hatten Universität und Neue Osnabrücker Zeitung den Gästen in der komplett ausgebuchten Osnabrücker Schlossaula am 17. November 2016 versprochen - und ihre Zusage gehalten. 33 Professorinnen und Professoren bezogen auf dem Podium wissenschaftlich Stellung zu den Zukunftsfragen, die die Bürgerinnen und Bürger Osnabrücks bewegen. Wie denken Roboter? Mit welchen Tricks überlisten Pflanzen Tiere? Was ist Schönheit? Gefährden Fake News die Demokratie? In jeweils vier Minuten beantworteten die Expertinnen und Experten diese und viele weitere Fragen. Wer überzogen hatte, bekam die Rote Karte.  

In einem vierminütigen Vortrag setzte sich Prof. Dr. Bärbel Schmidt aus dem Fachgebiet Textiles Gestalten mit der Leserfrage auseinander: "Kleider machen Leute - Sind wir, was wir tragen oder tragen wir, was wir sind?"

Den Wissensabend moderierten NOZ-Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke und Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke.

Das Osnabrücker Wissenforum ist eine Kooperation der Universität Osnabrück und der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Video: Vortrag von Prof. Dr. Bärbel Schmidt

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Inklusion im Textilunterricht

Einblicke in den Workshop "Vielfältig, gemeinsam, inklusiv"
Vielfältig, gemeinsam, inklusiv – kleine Worte, hinter denen eine große Bedeutung steckt. Sie stehen für ein gleichberechtigtes Miteinander, das Vielfalt zulässt und eindeutig erwünscht ist. Sie stehen für ein Wir, für eine starke Gemeinschaft, in der jeder Mensch seine Stärken erfährt und nutzen kann. In der grundsätzlich alles möglich ist und eingefahrene Klischees oder Vorurteile nichts zu suchen haben. Vielfältig, gemeinsam, inklusiv – diese drei Worte bildeten den Kern des gleichnamigen, dreistündigen Workshops, den ich im Rahmen der Bundesfachtagung des Verbandes …textil…e.V. in Krefeld im Oktober 2017 anbot und im Folgenden vorstellen möchte.

Organisiert vom Fachverband trafen sich UnterstützerInnen, Lehrende und FreundInnen des Textilen in der Fabrik Heeder in Krefeld, um sich für den Erhalt und die Zukunft des Faches einzusetzen. Im Rahmen von Vorträgen, kulturellen Angeboten und thematisch breit gefächerten Workshops fand ein reger Gedankenaustausch unter den Mitgliedern statt und eröffnete neue Perspektiven. Wissenswertes zur altehrwürdigen Seidenstadt Krefeld, aktuelle Berichte aus der textilen Fachwelt und Diskussionen zum Thema Inklusion im Textil-Unterricht, angeregt durch einen Vortrag von Prof. Dr. Iris Kolhoff-Kahl, bereicherten das Angebot.

Mit dem Thema Inklusion beschäftigte sich auch der Workshop. In einem einleitenden Vortrag mit anschließender Praxisphase berichtete ich den acht Teilnehmerinnen von einem Projekt, das ich im April 2017 an einer Osnabrücker Grundschule durchgeführt hatte und das die Grundlage des Workshops bildete. Im Rahmen meines Textilstudiums an der Universität Osnabrück erarbeitete ich für die sogenannte Kontexteprüfung einen Unterrichtsentwurf und führte ihn praktisch an der Schule durch. Ziel des Unterrichtsentwurfes war es, die Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Schülerinnen und Schüler nutzbar zu machen und sie für ein vielfältiges Gemeinschaftsprodukt einzusetzen. Das erarbeitete Objekt war ein Poncho aus Packpapier, der sich aus vielen einzelnen Teilen zusammensetze und an dessen Gestaltung jedes Kind mitwirkte.

Den Teilnehmerinnen des Krefelder Workshops legte ich dar, wie ich mit den Kindern das thematische Feld von Kleidung aus Papier erarbeitet habe und im Anschluss mit ihnen über unseren hohen Papierverbrauch heute sprach. Wie ich meinen Zuhörerinnen schilderte war es für die Schülerinnen und Schüler sehr interessant zu erfahren, dass früher vor allem die Bauern in Japan Kleidung aus Papier trugen, da ihnen andere Materialien wie Baumwolle oder Hanf nicht zur Verfügung standen. Auch in Europa führte die Rohstoffknappheit im 19. Jahrhundert dazu, dass Papier als Ersatzstoff für Taschen, Decken oder auch steife Uniformen genutzt wurde.

Im Anschluss an diese Hintergründe legte ich den Workshop-Teilnehmerinnen unseren heutigen Papierverbrauch in Zahlen dar. Aktuell verwendet Deutschland genauso viel Papier, wie Menschen in Afrika und Südamerika zusammen. 22,5 Tonnen Papier produzieren wir jährlich und sind damit der viertgrößte Papier-Produzent weltweit. Pro Kopf und pro Jahr bedeutet das umgerechnet ein Verbrauch von rund 250 Kilogramm, während es Mitte des 19. Jahrhunderts noch 0,5 Kilogramm waren. Den Zuhörerinnen erzählte ich, wie die Kinder Ideen erarbeiteten, um unseren hohen Verbrauch zu senken und sich mit dem Thema Recycling auseinander setzten.

Auch die Ergebnisse des von den Kindern erarbeiteten Papierponchos präsentierte ich den Workshop-Teilnehmerinnen. Auf Bildern zeigte ich, wie die Schülerinnen und Schüler das Packpapier zu einem geschmeidigen Arbeitsmaterial verarbeiteten und es im Anschluss frei gestalteten. Ich legte während meines Vortrags dar, dass jedes Kind seine ganz eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Gestaltung des Ponchos einsetzen konnte und auch der Aufwand des Arbeitsmaterials sehr gering war. Ebenfalls auf Bildern präsentierte ich den fertigen Poncho und wie ihn jedes beteiligte Kind mit großem Stolz trug.

Ich informierte die Zuhörerinnen, dass sich der dargelegte Unterrichtsentwurf thematisch in die Bereiche „Gestalten“ und „Kulturhistorische Kontexte herstellen“ des niedersächsischen Kerncurriculums für die Grundschule, 4. Schuljahrgang, einordnete. Denn zum einen gestalteten die Kinder ein Objekt, zum anderen setzten sie sich mit der Herkunft von Papierkleidung und mit ersten ökonomischen Zusammenhängen bei der Herstellung, Verarbeitung und Entsorgung von Papier auseinander.

Während meines Vortrags brachten die Teilnehmerinnen viele weitere Ideen ein und wir sprachen über den Einsatz meiner Projektidee in anderen Schulformen und -stufen. Wir schlossen auch an den bereits erwähnten Vortrag von Frau Kolhoff-Kahl an, der in einer Diskussion über die aktuelle, zusätzliche Belastung für die Lehrkräfte im Zusammenhang mit dem Thema Inklusion an Schulen mündete. Nachdem im Zuge dessen die Frage, welche Lösungsansätze es für die derzeitigen Missstände und Probleme geben könnte, unbeantwortet im Raum stehen blieb, waren sich die Seminarteilnehmerinnen einig, dass Projekte wie der vorgestellte Unterrichtsentwurf eine Bereicherung für den inklusiven Unterricht darstellen.

Im Anschluss an die Diskussion stiegen die Teilnehmerinnen in eine praktische Phase ein und erarbeiteten selbst einen Poncho aus Packpapier. Mithilfe von alten Zeitschriften und Magazinen, Stoffresten und Buntstiften setzten sich alle auf kreative Weise mit ihrem Stück Packpapier auseinander. Den fertigen Poncho präsentierten die Teilnehmerinnen gegen Ende der Bundesfachtagung und gingen auf die Hintergründe des Workshops ein. Auch in der großen Runde fand das Projekt viel Zuspruch und kann in weiteren Klassen und Schulen zum Einsatz kommen.

Text: Kaya Leimann

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Inklusive Modenschau

Kooperation mit dem Sozialwerk St. Georg
Inklusion: Was verbirgt sich in der Praxis hinter diesem Wort und was bedeutet es für unsere Gesellschaft? Inklusion - Teilhabe von Anfang an - geht nicht von einer Norm, sondern von einer menschlichen Vielfalt aus. Jeder Mensch hat Schwächen, Stärken und Charaktereigenschaften, die ihn auszeichnen und zu einem Individuum machen. Um dem Ziel der Inklusion näher zu kommen, fand im Wintersemester 2016/17 das Seminar "Mode für jeden - inklusive Modenschau" an der Universität Osnabrück statt. Unter Leitung von Prof. Birgit Haehnel und in Zusammenarbeit mit dem Sozialwerk St. Georg e.V./Wohnverbund Katharinenstift Ascheberg, nähte eine Gruppe Textil-Studierender mit Klientinnen und Klienten des tagesstrukturierenden Bereiches des Katharinenstifts und des arbeitstherapeutischen Bereiches "Das Werkhaus" Kleidung und präsentierte diese in einer Modenschau.

Das erste Treffen zwischen Studierenden und den Mitarbeiterinnen des Sozialwerkes, Dipl. Päd. Birgit Leibrandt/Mitarbeiterin der internen Tagesstruktur und Lehrbeauftragte für das Seminar "Basiskurs Inklusion" sowie Ina Jensen/ehrenamtliche Mitarbeiterin fand in der Universität statt. Da dieses Seminar das erste seiner Art für den Bereich Textiles Gestalten und für das Sozialwerk, war, wurden zunächst Informationen ausgetauscht. Frau Leibrandt stellte das Gesamtunternehmen Sozialwerk St. Georg e.V. sowie Aufgaben und Ziele der Arbeit mit Menschen mit Assistenzbedarf vor. Hierbei erfolgte die Planung und schrittweise Umsetzung der Kleidungsstücke, die die Studierenden mit den Klienten und Klientinnen herstellen wollten.

Die nächsten beiden Treffen fanden im Katharinenstift in Ascheberg statt, bei denen die Studierenden gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten in der Tagesstätte und im Werkhaus an der Herstellung der Kleidung arbeiteten. Ponchos, Umhänge und Accessoires wurden gemeinsam hergestellt und man lernte sich gegenseitig zu unterstützen. Während die Zusammenarbeit zu Anfang etwas zurückhaltend ausfiel, gestaltete sie sich im Laufe der Zeit zunehmend reger.

Da am ersten Tag schon die meisten Kleidungsstücke fertiggestellt wurden, konnten die Studierenden sich beim zweiten Treffen voll und ganz auf die Modenschau konzentrieren, die am Nachmittag vor Publikum stattfinden sollte. Am Vormittag wurde geprobt, das Fitting und die letzten Änderungen fanden statt, die Models hatten Laufstegtraining und kamen in die Maske. Am Nachmittag füllte sich die Tagesstätte und Gäste aus dem Werkhaus trafen ein, um sich die Kleidungsstücke anzusehen. Zur Musik liefen die Studierenden nun zusammen mit den Klientinnen und Klienten des Sozialwerks über den Laufsteg und präsentierten die hergestellten Stücke. Alle hatten Spaß, genossen den Beifall und ließen den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ausklingen.

Die Interaktionen und gemeinsame Zeit zwischen Studierenden, Klienten und Klientinnen gewährten Einblicke, wie Inklusion in der Praxis gelingen kann.

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Knisternde Edelkreationen

Mode aus Papier
Faszination Papier: International bekannte Designer und Designerinnen wie Issey Myake, Sandra Baklund oder Christa de Carouge verwenden bei der Herstellung ihrer Haute Couture, Kleidung, Handtaschen oder Schuhen, neben edlen Stoffen immer wieder Papier.

Seit über 1000 Jahren gibt es Versuche, das empfindliche Material für die Herstellung von Kleidung zu verwenden. So war der Werbegag des amerikanischen Papierherstellers „Scott Paper Company“ in den 1966er Jahren Auslöser eines völlig unerwarteten Booms. Das Unternehmen inserierte zum Scherz Papierkleider für 1,25 Dollar das Stück, mit dem Resultat, dass innerhalb kürzester Zeit über eine halbe Millionen Bestellungen eingingen. Der Trend schwappte nach Deutschland über, wo die in Nordhorn ansässige Firma Nino den Rohstoff für die Papierkleider herstellte. In Papierkleidern in der Öffentlichkeit zu erscheinen, barg allerdings manche Gefahrenquelle. Äußerste Vorsicht war bei Regen geboten, Zigaretten sollte man nicht zu nahe kommen und heftige Bewegungen vermieden werden. Es liegt auf der Hand, dass sich dieser Trend nicht lange halten konnte.

Im Seminar „Knisternde Edelkreationen – Mode aus und mit Papier“ experimentierten Studierende unter der Leitung der Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer mit Papier. Zeitungspapier, Industriepapier, Serviettenpapier, Packpapier und Seidenpapier dienten als Zutaten für „knisternden“ Kreationen. Die Studierenden rissen oder schnitten die Papiere in Streifen und verwebten, verknüllten oder verklebten sie.

Im Fokus der Ausstellung steht der Papiertraum in Weiß, ein rauschendes Kleid für besondere Gelegenheiten. Eingerahmt wird es von zwei Kleidern, deren Hauptmerkmal dicht aneinander gereihte Blüten oder sorgfältig gefaltete Servietten sind.
Kuratorin: Nele Großjohann

Ausstellung im März 2017
Die heiligen Schriften Buddhas dienten der Legende nach einem japanischen Mönch im Jahre 988 nach Chr. als Grundlage für sein provisorisches Papierhemd. Er brauchte saubere Kleidung, um seine Besucher empfangen zu können. Eine schöne Geschichte, aber tatsächlich brachte wirtschaftliche Not Bauern in Japan auf die Idee, Kleidung aus Papier herzustellen. Aufgrund ihres niedrigen Standes durften sie keine Kleidungsstücke aus Seide – die ein Luxusgut war – tragen und Rohstoffe wie Baumwolle standen ihnen zu der Zeit nicht zur Verfügung.

War der Mangel an Rohstoffen der Grund für die Anfertigung der ersten papierenen Kleider, so ist es heute der Überfluss, der Überschuss an gebrauchtem Papier, den Studierende des Fach,gebietes Textiles Gestalten zum Anlass nahmen, Mode aus Alt-, Industrie- und Packpapier zu schaffen. Nach den USA, China und Japan ist Deutschland mit rund 26,3 Millionen Tonnen (2006) der viertgrößte Papierproduzent der Welt und nach den USA der zweitgrößte Papierimporteur (rund 11,6 Millionen Tonnen im Jahre 2006).  Der Pro-Kopf-Verbrauch von Papier steigt hierzulande kontinuierlich und wird mit 253 Kilogramm (2006) nur von wenigen Ländern der Erde übertroffen. Parallel dazu sammelt kaum ein Land mehr Altpapier.

Grundlage des Papiers sind Bäume, die industriell gefällt werden, um als Grundlage für Zeitungen, Zeitschriften, Geschenkpapier, Verpackungen, Küchentücher oder Toilettenpapier zu dienen. Wenn es um die Zukunft unserer Wälder und damit unserer ökologischen Zukunft geht, dann ist die Papierindustrie also die Schlüsselindustrie.

Die Studierenden haben sich im Seminar „Knisternde Edelkreationen: Mode mit und aus Papier" unter der Leitung der Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer auch unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit mit Papier unterschiedlichster Art auseinandersetzt. Mit ihrer ephemeren Mode weisen sie einerseits auf den verschwenderischen Konsum von Papier und damit auf die besorgniserregenden Folgen für die Wälder hin, andererseits zeigen sie, wie Papier kreativ genutzt werden kann.

Kuratorinnen: Nele Großjohann/Lesley Baldwin

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Neue wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Zwei Promovendinnen im Fachgebiet Textiles Gestalten
Seit September 2016 und Januar 2017 sind im Rahmen der Förderung des akademischen Nachwuchses im Fachgebiet Textiles Gestalten zwei neue wissenschaftliche Mitarbeiterinnen angestellt. Neben ihren Lehrveranstaltungen werden sie an einem Dissertationsvorhaben arbeiten.

Sarah Wassermann schreibt ihre Doktorarbeit über FreizeitkünstlerInnen in Textilzirkeln der DDR bei Prof. Dr. Bärbel Schmidt. Sie arbeitet mit ZeitzeugInnen-Interviews, historischen Quellen und den verfügbaren Objekten aus Museen und Archiven. Sarah Wassermann hat einen Bachelorabschluss in Kunstgeschichte und Englischer Philologie (Fokus Cultural Studies) sowie einen Masterabschluss in Kulturwissenschaft. Nach dem Studium absolvierte sie ein wissenschaftliches Volontariat bei den Staatlichen Museen zu Berlin, zunächst am Institut für Museumsforschung und anschließend am MEK (Museum Europäischer Kulturen). Es folgte die Mitarbeit an einem EU-Projekt zur Kooperationsförderung zwischen Kreativwirtschaft und Kulturerbe-Institutionen. Auf das Dissertationsthema aufmerksam wurde sie während ihrer Mitarbeit im MEK, an dem 2014 eine Jubiläumsausstellung eines ehemaligen Potsdamer Textilzirkels stattfand.

Lena Clausen schreibt ihre Doktorarbeit über High-Tech-Textilien und die Neuformulierung von Körperbildern im Kontext der Globalisierung bei Prof. Dr. Birgit Haehnel. Sie verknüpft die aktuellen Entwicklungen im Design mit kulturwissenschaftlichen Betrachtungen und gestalterischen Möglichkeiten für die Lehre. Vor ihrem Studium machte Lena Clausen eine Ausbildung zur Maßschneiderin mit Schwerpunkt Damen-Oberbekleidung. Anschließend absolvierte sie ein Bachelor-Studium in den Fächern Mode-Textil-Design und Deutschsprachige Literaturen. Es folgte ein Master in Kulturanalyse und Kulturvermittlung (Schwerpunkt Kulturanthropologie des Textilen). Während des Studiums durchlief sie ein studentisches Volontariat am LWL-Industriemuseum Dortmund. Hier bearbeitete und dokumentierte sie den textilen Sammlungszweig und half bei der Aufbereitung verschiedener Sammlungskonvolute sowie der Vorbereitung der Exponate für mehrere Ausstellungen.

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Leinen-Projekt

Aussaat im Museumsgarten
Vor dem ehemaligen Eingang des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück wird ein Beet vorbereitet. Hier soll Flachs wachsen, gedeihen und blühen und auf die Sonderausstellung „Leinen 2016 – true born Osnabrughs“ im August 2016 aufmerksam machen.

Im April 2016 stellt Prof. Dr. Bärbel Schmidt vom Textilen Gestalten im Garten des Kulturgeschichtlichen Museums/Felix-Nussbaum-Haus die ehemals in der Region Osnabrück üblichen Riten zur Aussaat des Leinsamens vor. Kinder der CampusKita des Studentenwerkes Osnabrück begleiten die Veranstaltung unter Leitung von Christiane Harig mit Frühlingsliedern. Symbolisch werden auch sie Leinsamen aussäen.

Ob die Saat aufgeht und der Flachs blüht, wird man erst nach 100 Tagen erkennen, so sagt es eine alte Bauernweisheit. Doch bis zur Eröffnung der Ausstellung "Leinen 2016 - true born Osnabrughs" im Mai sollten die ersten grünen Sprossen zu sehen sein.

Die Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit der Vergangenheit, in der der Faserflachs in der Region zu Hause war und in der Osnabrücker Kaufleute mit dem strapazierfähigen Leinenstoff, der weltweit "true born Osnabrughs" genannt wurde, erfolgreich Handel betrieben. Die von Studierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten erarbeitete Ausstellung erlaubt auch Blicke in eine Zukunft, in der Flachs, Leinsamen und Leinen für manche Herstellungsbereiche eine ökologisch interessante Alternative sind.

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Weiße Textilien

"War doch im Haushalt der Mutter alles in saubere weiße Wäsche gekleidet ..."

Lorna Simpson: Waterbearer, 1986
Visuelle Kultur, deutsche Nationenbildung und Biopolitik

Aufsatz von Prof. Dr. Birgit Haehnel erschienen in der Reihe Kunst und Politik – Jahrbuch der Guernica-Gesellschaft. Mit dem Schwerpunkt: Weißsein und Kunst. Neue Postkoloniale Analysen, hrsg. von Anna Greve, Bd. 17 / 2015, S. 117-136.

Wie hängt die Bildproduktion weißer Dominanzpositionen mit der Darstellung weißer Textilien zusammen? Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit die Semantik weißer Textilien in Malerei, Fotografie und Werbung als visuelle Marker des Weißwerdens innerhalb deutscher Nationenbildung gelten kann. An Fallbeispielen aus dem 20. Jahrhundert wird das Überdauern visueller Narrative zur weißen Kleidung vom Kolonialismus über den Nationalsozialismus bis in die heutige Auseinandersetzung mit der Arbeitsmigration in der BRD seit den 1950er Jahren aufgezeigt. Ausgangspunkt sind kritische Fotoarbeiten der 1980er Jahre, die je nach Ausstellungsort interpiktoriale Beziehungen zu lokalen Bildsystemen auch aus der Vergangenheit in Erinnerung rufen können.

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Textiles Allerlei

Ausstellung in der neuen Bibliothek am Campus Westerberg
Der Titel hat einen kulinarischen Ursprung: Im Jahre 1815 riet der findige Stadtschreiber Malthus Hempel den Stadtoberen, im Zuge der durch Napoleon ausgelösten Kriegswirren den Speck zu verstecken und nur noch Gemüse auf den Tisch zu bringen. Auf diese Weise wollte er die reiche Stadt Leipzig vor dem zu erwartenden kriegsbedingten Ansturm von Bettlern und Steuereintreibern bewahren. Am Sonntag könnte ein Stückchen Mettwurst oder ein Krebslein aus der Pleiße dazu serviert werden. Der Name des Gerichts: Leipziger Allerlei.

Das Zusammenstellen von Zutaten gleicher Art bestimmt das Ausstellungskonzept für das Wintersemester 2015. Analog zur bunten Speise erwartet die Besucherinnen und Besucher eine Vielfalt verschiedener textiler Arbeiten – allerdings haben wir nicht mit Leckerbissen gespart. Die Objekte entstanden in den letzten Semestern in Seminaren der Dozentinnen und Dozenten Eva Dankenbring, Annette Hülsenbeck, Hiltrud Schäfer und Prof. Dr. Bärbel Schmidt gemeinsam mit Klaus Schmidt und Jürgen Menkhaus.

Herzlichen Dank an alle Studierenden für die Zurverfügungstellung der Exponate.

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Leinen in extenso

Picknick zum Leinen-Projekt
Im Juni 2015 präsentieren Studierende des Textilen Gestaltens die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzungen mit dem Thema Leinen im Rahmen eines Bring-and-Share-Picknicks.

Die Bedeutung, die der Flachs früher für die Stadt und das Land Osnabrück hatte, ist heute kaum bekannt. Daran ändern auch die ins semantische Gedächtnis eingegangenen Begriffe wie „hecheln“, „raufen“ oder „flachsen“ nichts. Dabei hatte Osnabrück eine eigene Leinenlegge, d. h. eine zentral eingerichtete Leinenprüf- und sammelstelle. Ein Leggestempel garantierte die gleichmäßige Qualität des auf dem Lande hergestellten Leinenstoffes.

Das Fachgebiet Textiles Gestalten erinnert mit dem Anlegen eines Flachsfeldes und begleitenden künstlerischen und pädagogischen Aktionen anläßlich des Gartenjahres der Stadt Osnabrück an die früher hier beheimatete, prosperierende Leinenproduktion. Die Studierenden haben sich im Sommersemester 2015 intensiv mit dem Thema Leinen – Leinenkunst auseineinander gesetzt

Den Auftakt des Picknicks bildet ein Liedervortrag zum Flachsernten. Des Weiteren werden zwei von Studierenden geschriebene Bilderbücher zum Thema Flachs vorgestellt. Eine andere Gruppe hat das Thema Flachs in Form eines Gedichtes verarbeitet. Ein Puppenspiel nähert sich dem Thema ebenso spielerisch wie ein auf dem Grundstück verteiltes Quiz. Die akribisch fotografisch dokumentierten Wachstumsphasen des Flachses hat eine Studierende auf einem Fotozaun verarbeitet. Andere Studierende nehmen sich der Geschichte „Wie der Maulwurf zu Hosen kam“ an, indem sie textilkünstlerisch die tierischen „Flachsbearbeiter“ den tatsächlichen handwerklichen Geräten gegenüberstellen bzw. die BetrachterInnen zu einer Zuordnung auffordern. Wie Kinder die Geschichte des Maulwurfs und seiner Hose sehen, zeigen im Textilunterricht hergestellte Postkarten, die vor Ort erworben werden können. Zwei Studierende stellen einen Flyer zum Flachs als Faser der Zukunft vor. Wem die Sonne zu stark scheint, kann unter einem aus Leinenstoffen hergestellten Sonnensegel Zuflucht suchen.

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"Spielst du noch oder posed du schon?"

Sexualisierende Darstellungsweisen von Kindern in den Medien
Die Studierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten setzten sich im Sommersemester 2015 im Seminar „Ästhetische Forschung im Textilunterricht“ mit dem Gefahrenpotential von sexualisierenden Darstellungsweisen von Kindern in den Medien auseinander. Didaktisch-methodischer Ankerpunkt ist das von der Paderborner Kunsthistorikerin Hella Kämpf-Jansen entwickelte Konzept der Ästhetischen Forschung. Dieses offene Konzept bietet den Lernenden unterschiedliche methodische Zugänge zum Lernstoff, sei es wissenschaftlich, vor-wissenschaftlich, archivalisch oder künstlerisch-gestalterisch. Eine Voraussetzung, damit das Konzept erfolgreich umgesetzt werden kann ist, dass die Lernenden selber entscheiden, mit welchem Thema sie sich mit welchem methodischen Zugriff auseinandersetzen wollen.

Im Seminar fiel die Wahl der Studierenden auf die Tatsache der Darstellung von Minderjährigen in unnatürlich geschlechtsbetonten Körperhaltungen und erotisierender Kleidung in den Medien. Die Medien und die Werbung sind voll von sogenannten Posen-Angeboten dieser Altersgruppen, in denen diese in aufreizender Weise unbekleidet, nur spärlich gekleidet oder in stark erotisierender Kleidung auf Fotos posen bzw. für Produkte werben. Die Grenzen zur pornografischen Darstellung sind oft kaum erkennbar. In Deutschland sind zumindest für den Bereich der Online-Medien mit dem Inkrafttreten des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages zum 01.04.2003 Angebote, die Kinder oder Jugendliche in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung zeigen, unzulässig (§ 4 Abs. 1, Nr. 9 JMStV, siehe auch Martin Döring: Minderjährige in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung, JMS-Report – Dezember 6/2004, S. 7). Umso mehr erstaunt es, dass immer noch zahlreiche fragwürdige Posing-Angebote von Kindern frei abrufbar sind.

In einer Präsentation zeigen die Textilstudentinnen ihre Auseinandersetzung mit dem heiklen Thema. Ein Ziel ist es, ein Bewusstsein bei Konsumenten und Konsumentinnen von Modeartikeln, Kraftfahrzeugen sowie bei Nutzern und Nutzerinnen des Internets zu schaffen, welches Gefahrenpotential von derartigen Abbildungen ausgeht. Darüber hinaus wollen die Studierenden mit ihrer Aktion dazu beitragen, dass Abbildungen dieser Art nicht medial verbreitet werden dürfen, auch nicht in der Mode- und Autowerbung.

In den Räumen des Fachgebietes Textiles Gestalten zeigen die Studierenden, wie prekär die Problematik trotz der gesetzlichen Regelungen noch immer ist.

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Bärbel Schmidt: Beste Uni-Professorin 2014

Mühlenhoff-Preis für Gute Lehre
Für ihre "exzellenten Leistungen in der Hochschullehre" ist die Professorinn Bärbel Schmidt mit dem Hans-Mühlenhoff-Preis geehrt worden. Eine neunköpfige Studierenden-Jury wählte Bärbel Schmidt aus 18 WissenschaftlerInnen der Universität aus, die von den Studierenden nominiert worden waren. Der von dem Osnabrücker Kaufmann und Mäzen Hans Mühlenhoff gestiftete Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird seit 2001 jährlich vergeben. Mehr als 400 Studierende haben Vorschläge für die Auszeichnung abgegeben.

Prof. Dr. Bärbel Schmidt verstehe es, so die Jury, ihre Lehrveranstaltungen "spannend, abwechslungsreich, gut strukturiert und informativ zugleich" zu gestalten.

Der Vizepräsident für Studium und Lehre, Joachim Härtling, würdigte Bärbel Schmidt bei der Preisverleihung: "Mit Prof. Bärbel Schmidt wird eine Hochschullehrerin ausgezeichnet, die in der Lehre schon seit langem exzellente Leistungen erbringt. Ganz besonders ihr Engagement und ihre kreativen Methoden werden von ihren Studierenden zurecht anerkannt und gewürdigt."

Bärbel Schmidt lehrt und forscht seit 2006 an der Universität Osnabrück im Textilen Gestalten. Dabei widmet sie sich beispielsweise der Frage, warum Kleidung stigmatisiert und wie man Textilien durch wissenschaftliche Spurensicherung ihr Wissen entlockt.

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Lernen aus dem Koffer

Studierende entwickeln einen Museumskoffer zum Bramscher Rot
Wenn wir von Koffer sprechen, so verbinden wir damit Reiselust und Sehnsucht nach Ferne. Anders der von Karin Peuler entwickelte Museumskoffer. Er verheißt Lernlust und Sehnsucht nach dem Regionalen. Die in dem komprimierten „Sammlungsraum“ des Koffers verstauten repräsentativen Objekte bzw. Arbeitsmaterialien zu der spezifischen Thematik des Tuchmacher-Handwerks in Bramsche bereiten als „Museum im Kleinen“ auf den Besuch im Museum vor. Sie können aber auch als Ausgangspunkt für schulische bzw. museale Projekte oder Aktionstage eingesetzt werden.

Karin Peuler hat sich in ihrer Masterarbeit zum Ziel gesetzt, didaktisches Material für Schüler und Schülerinnen über das Bramscher Tuchmacher Museum, zur „Farbe Rot“ im Allgemeinen, dem „Bramscher Rot“ im Besonderen und zum „Färben mit Naturmaterialien“ zu entwickeln. Oberste Prämisse der angehenden Lehrerin war, dass Lernende einen spielerischen, ganzheitlichen Zugang zur Geschichte des Tuchmacherhandwerks in Bramsche und dem speziellen Farbton Bramscher Rot, der die Bramscher Tuchmacher überregional bekannt machte, erhalten. Die Studierende hat mit Fleiß, Liebe und Ausdauer zahlreiche didaktisch-methodische, ästhetisch anspruchsvolle Unterrichtsmaterialien zu den oben genannten Themen hergestellt, die nun im Museum griffbereit auf ihren Einsatz warten. Der Förderverein des Tuchmacher Museums Bramsche war von der pädagogischen Qualität des Koffers überzeugt und erwarb diesen für die museumspädagogische Abteilung.

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Fachbibliothek Textiles Gestalten

Verbesserte digitale Sichtbarkeit
In der Universitätsbibliothek „An der Alten Münze“ ist der Buchbestand des Fachs „Textiles Gestalten“ auf vier verschiedene Standorte verteilt worden: 1. Technik (Sig. ZVA-ZVZ), 2. Kunstgewerbe (Sig. JZX), 3. Freihandmagazin, 4. Magazin.

Anschaffungen des Textilen Gestaltens werden wegen der vorgeschriebenen, bundeseinheitlichen Verschlagwortung und Systematisierung häufig anderen Fachbibliotheken zugewiesen, beispielsweise der Soziologie oder der Ethnologie. Damit ist der weitaus überwiegende Teil der textilen Fachbibliothek weder im Lesesaal sichtbar, noch digital nachvollziehbar. Die Aufstellung der Neuzugänge im Freihandmagazin erfolgt chronologisch, so dass dort überhaupt keine systematische Ordnung besteht und sich dieser Bereich einer „analogen“ Spontansuche gänzlich entzieht. Dieses Provisorium wird bis zum schon länger geplanten Neubau der Universitätsbibliothek/UB andauern. Um Abhilfe zu schaffen, ist zunächst die digitale Präsenz verbessert worden, Verbesserungen der Standortaufstellung werden noch erfolgen.

Es ist also von zentralem Belang zu wissen, wie man den Buchbestand des Faches mit Hilfe des Computerkatalogs (OPAC) der UB sichtbar machen kann, um sich von möglicherweise interessanten Titeln in seinen Forschungen inspirieren zu lassen. Außerdem sollten Interessierte sich regelmäßig über die „frisch eingekaufte“ Literatur informieren können.

Anlage eines virtuellen Kataloges
Entscheidend für die Erstellung eines eigenen virtuellen Katalogs ist die sogenannte Basisklassifikation „BKL“. Die BKL entspricht nicht der oben erwähnten Standortsystematik ZVA-ZVZ und JZX, sondern ist eine digitale Systemstelle, die in den Katalogeinträgen des OPAC erscheint. In der bundesweit bibliothekarisch genutzten BKL gibt es insgesamt sechs Systemstellen, die Titel unseres Fachs betreffen:
Einzelne Kunstformen: BKL 21.85 Modedesign und BKL 21.86 Textilkunst
Hauswirtschaft: BKL 49.35 Textiles Gestalten
Chemie- und Umwelttechnik: BKL 58.48 Textilindustrie
Ethnologie und Volkskunde: BKL 73.22 Kleidung und BKL 73.86 Kleidung & Mode

Über den OPAC kann man sich mit Hilfe dieser Systemstellen sofort einen Überblick über den Gesamtbestand der Fachliteratur verschaffen und sich selbst eine Datei mit dem vorhandenen Buchbestand anlegen. Hierfür ist wie folgt vorzugehen:

Ruft man im Anfangsschirm des OPAC die Suchfunktion auf und scrollt man im Suchfenster „Alle Wörter“, findet man am Schluss die Kategorie „Klassifikation“. Dort kann nach Anwahl eine der sechs Systemstellen mit dem Zusatz „BKL“ (also beispielsweise „BKL 21.85“) eingegeben werden. Man erhält in diesem Fall eine Trefferliste mit 583 Titeln, die dem Modedesign zugerechnet werden. Die insgesamt sechs Dateien können einzeln per Email exportiert, extern abgespeichert und zusammengefasst werden. Dieser Katalog kann anschließend mit den Suchfunktionen der Textverarbeitung zum digitalen „Spaziergang“ weiter bearbeitet werden.

Der auf diese Weise erreichbare Bestand des Fachs umfasst geschätzt um die zweitausend Titel. Mit keiner anderen Suchfunktion des OPAC lassen sich so viele zuverlässige Treffer erzielen! So zeitigt etwa „Textil“, sowohl als Schlag- wie auch als Stichwort, in der Standardsuchfunktion des OPAC kaum Ergebnisse.

Neuanschaffungen
Bislang waren die Neuanschaffungen unseres Fachs digital nicht nachvollziehbar, weil  „Textiles Gestalten“, wie oben dargelegt, in der BKL keine eigene Rubrik hat, sondern in mehreren Systemstellen erscheint. Man wusste deswegen nicht, wo mögliche Neuerwerbungen gesucht werden konnten. Wir haben deshalb veranlasst, dass den „Neuerwerbungen“ (s. u.) eine Seite vorgeschaltet wurde. Dank unserer Fachreferentin, Frau Pieper-Bekierz, sind die infrage kommenden Systemstellen der BKL jetzt direkt verlinkt, so dass man nur noch das jeweils interessierende Sachgebiet anklicken muss, um zu den aktuellen Ergebnissen zu kommen.

Pfad: UB Anfangsschirm - Allgemeine Informationen – Ansprechpartner – Fachreferate - Textiles Gestalten („i“ anklicken) – Fachinformationen Textiles Gestalten: Neuerwerbungen - jetzt aufgeschlüsselt nach den BKL: Einzelne Kunstformen: 21.85 Modedesign, 21.86 Textilkunst; Hauswirtschaft: 49.35 Textiles Gestalten; Chemie & Umwelttechnik: 58.48 Textilindustrie; Ethologie & Volkskunde: 73.22 Kleidung, 73.86 Kleidung & Mode.

Text: Annette Hülsenbeck, Karen Meetz

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"Berühr-Museum"

Begeisterung über abgebrauchte Objekte im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück
Spricht man im öffentlichen Raum oder unter Kulturpolitkern über Reformen des Museums, so kann man immer wieder das Argument hören, dass es dem Redenden auf die Nerven ginge, dass man die Objekte nicht berühren dürfe. Dabei ist dieses für das Museum scheinbar so typische Verbot direkt verständlich, denn wo blieben die Krönungsjuwelen der Königin von England und die Krone Karls des Großen, wenn jeder sie anfassen dürfte. Neue Wege einer direkten Annäherung an Objekte sind über Nachbildungen versucht worden oder über mediale Interventionen, bei denen man etwa Bücher mittels eines Touchscreen blättern kann.

Die Studierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten der Universität Osnabrück haben einen ganz anderen Weg für das „Berühr-Museum“ gefunden. Sie haben den Besuchern Materialien an die Hand gegeben, mit denen sie einer Aufgabenstellung aus der Stadtgeschichte oder der Mitbestimmung der Bürger verbunden haben. So haben sie Anziehpuppen entwickelt, denen man historische Kleider „antackern“ konnte. Von dem Rad des Osnabrücker Wappens hingen in einer anderen Abteilung Streifen, an denen die Bürger und Bürgerinnen ihrem Willen Ausdruck verleihen konnten, was ihnen an Osnabrück gefällt. Die Studentinnen und Studenten griffen ebenfalls auf ein altes, aber beliebtes Spiel zurück: die Besucher und Besucherinnen konnten Figuren mit historischen Kleidern ihr Gesicht geben und sich so fotografieren. Eine Stoffpyramide, die die städtische Hierarchie abbildete, erlaubte das Berühren der kostbaren und ärmlichen Textilien, aus denen die Kleider in der Vergangenheit gefertigt worden sind. Die Enge der Altstadt mit ihren Hausnamen und -zeichen bildete eine vom Publikum begeistert angenommene Installation ab, bei der sich die Besucher und Besucherinnen durch herabhängende Stoffstreifen ihren Weg bahnen mussten.

Die Studierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten entwickelten deswegen so erfolgreiche Beiträge für die Ausstellung 500 Jahre Osnabrücker Rathaus, weil sie Lehrerinnen und Lehrer werden wollen. Deswegen umfasst die Ausbildung neben der Kulturgeschichte auch die textile und die didaktische Praxis. Alles drei konnten sie in ihren Beiträgen einbringen.

Text: Prof. Dr. Bärbel Schmidt

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Kanzelrede zum Thema Humor

Prof. Dr. Bärbel Schmidt in der St. Katharinenkirche
Am 11.11.2012 um 17.30 Uhr hielt Prof. Dr. Bärbel Schmidt in der St. Katharinenkirche Osnabrück im Rahmen des Ökumenischen Hochschulgottesdienstes zum Thema Humor eine Kanzelrede. Im Anschluss gab es bei Brot und Wein im Seitenschiff Zeit für Gespräche und einen genussvollen Ausklang des Abends.

Veranstaltungskooperation:
Evangelische Studierendengemeinde, Katholische Hochschulgemeinde, Universität Osnabrück/Institut Evangelische Theologie, Universität Osnabrück/Institut Katholische Theologie, Hochschule Osnabrück, Hochschulpastorin Ute Schneider-Smietana, Hochschulseelsorgerin Birgit Hosselmann

fileadmin/Audio_Textil/Kanzelrede_Schmidt.MP3

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Lob der Langsamkeit

Prof. Dr. Hilbert Meyer über eine didaktische Methode
In seinem Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ beschreibt Sten Nadolny eine Verhandlung seines Helden John Franklin mit einem Häuptling eines weit im Norden des Kontinents lebenden Indianerstamms. Dieser hatte den Kapitän sofort als den Führer der Expedition erkannt. Auf die Frage wie ihm dies möglich gewesen sei, antwortete er: „Er hatte am meisten Zeit.“ Langsamkeit, eine Geschwindigkeit, die auch heute nicht sehr in Mode ist, steht dem jungen John Franklin bei vielen im Wege. Doch – so der Autor Sten Nadolny – seine großen Erfolge als Kapitän und Erforscher der Nord-West-Passage sind genau dieser Tugend zu verdanken.

Bei dem Langsamen bleibt eben mehr im Laufe eines Tages haften als bei dem Schnellen. Er nimmt genauer wahr und kann sich die Dinge – weil er über die nötige Zeit verfügt – auch einprägen. Lediglich in einer Kultur, die auf diese Tugenden keinen Wert legt, kommt der Langsame zu kurz. Das kann auch in der Schule passieren. Es lohnt sich also, darüber nachzudenken.

Dr. Hilbert Meyer ist emeritierter Professor für Pädagogik und gehört neben Wolfgang Klafki zu den großen konzeptionellen Denkern der pädagogischen Reform der letzten Jahrzehnte. Mit seinem Vortrag „Lob der Langsamkeit“ am 27. Juni 2012 in der Aula des Schlosses, folgt der Pädagoge einer Einladung des Fachgebietes Textiles Gestalten und des Zentrums für Lehrerbildung.

Vortrag: Lob der Langsamkeit

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Textile Künstlerbücher

Ausstellung in der Universitätsbibliothek
Der billige Kriminalroman am Bahnhofskiosk soll spannend sein, mehr erwartet man von einer solchen Lektüre im »Wild-West-Druck« nicht. Die »Textilen Künstlerbücher«, die vom 20. Januar bis zum 2. März 2012 im Foyer der Osnabrücker Universitätsbibliothek bestaunt werden können, sind hingegen kleine tragbare Kunstwerke, geschaffen von Studierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten unter Leitung der Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer.

Wer sich während einer Zugreise vor Langeweile schützen will, geht gerne vor der Abfahrt zum Bahnhofskiosk und kauft sich, wenn nichts Besonderes in der Zeitung steht, einen Kriminalroman. Der Roman soll spannend sein, mehr erwartet man von einer solchen Lektüre nicht. Freunde des guten Buches nennen das Aussehen dieses oft mit billig eingebundenen und mit schlechtem Papier verarbeiteten Gebildes Wild-West-Druck. Während solche Werke für den ex-und-hopp-Gebrauch bestimmt sind, finden sich auf der anderen Seite des Spektrums Bücher, die eine Ähnlichkeit mit kleinen tragbaren Kunstgalerien haben: Das Papier ist handgeschöpft, der Druck in ausgefallenen Techniken ist ein Unikat,die Bindung ist sorgfältig und mit außergewöhnlichen Materialien, die Blätter sind von liebender Hand zusammengefügt. Solche Bücher können wir eher mit mittelalterlichen, von Mönchen auf Pergament mit der Hand geschriebenen und mit Miniaturen versehenen Codices vergleichen als mit den Bänden, die auf die Erfindung von Gutenberg zurück greifen, die die Vervielfältigung des Buches erlaubte.

Während die Bibeln aus der Offizin des Erfinders der Buchdruckerkunst noch Juwelen aus Text und Bild – wenn auch vervielfältigt – sind, so führte die neue Technik langfristig zu einer Verwahrlosung des Büchermachens. Darauf reagierten schon im 17. Jahrhundert Künstler, indem sie Bücher fertigten, die nicht nur aus besonders wertvollen Materialien bestanden, sondern auch in der Auswahl der Buchstaben und dem Druck der Illustrationen etwas Besonders waren. Erst Ende des 19. Jahrhunderts – als im Zeitalter der Massenkunst das Buch für jedermann nichts Außergewöhnliches mehr war, entschlossen sich Künstler dazu, in kleinen Auflagen von zwei bis fünf Exemplaren Bücher von der Hand herzustellen. Sie benutzten Techniken wie etwa den Druck, der grundsätzlich zur Vervielfältigung geeignet war. So entstanden Bücher, die in ihrer Erscheinung sperrig sind und sich dem Strom des Massenkonsums in den Weg stellen. Sie wollen eigenwillig Besonderheiten zum Ausdruck bringen, in ihnen spiegelt sich die Einmaligkeit der Künstlerin und des Künstler, die sie gefertigt haben.

In dem Seminar „Textile Künstlerbücher“, das im Sommersemester 2011 unter der Leitung der Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer im Fachgebiet Textiles Gestalten stattfand, sind derartige Bücher von Studierenden aus textilen Materialien und mit textilen Techniken angefertigt worden. Sie sind von Januar bis März 2012 im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen.

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