FB 01: Kultur- und Sozialwissenschaften

Textiles Gestalten


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Dissertationsvorhaben im Textilen Gestalten

Promovendinnen in der Promotionsphase

Abeer Abdalla Alhems vergleicht in ihrem Dissertationsvorhaben die textilen Hochschulbildungssysteme in Ägypten und Deutschland. Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, textile Lerninhalte in den Lehrplänen aufzuzeigen, die die Vorbereitung von angehenden Lehrkräften in der Schule unterstützen. Dabei geht es darum, durch textile Bildung dazu beizutragen, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.

Lena Küppers erforscht den Einfluß von digitalen Textilien auf den Wandel der Körperbilder. In Form einer Diskursanalyse setzt sie sich mit der Entwicklung geschichtlicher Vorbilder bis hin zu Wearables, Smart Clothes und TechFashion auseinander. Ziel der Disseration ist es, die Frage auszuloten, inwiefern die sich ausweitende Technologie in unserer Bekleidung und an unserer Körpergrenze auf unser Körperverständnis auswirkt. Die Arbeit soll einen Beitrag zu einer Kulturgeschichte des vestimentären, technologisierten Körpers leisten.

Das Dissertationsprojekt von Lucia Schwalenberg erforscht die Geschichte und den Musterschatz der Beiderwandweberei Meldorf als textilem Erinnerungsort. Im Zentrum des Forschungsprojektes geht es um die Analyse der Quellen zur Entstehung der Museumswerkstätten im Dithmarscher Landesmuseum und des Musterarchivs im Alten Patorat Meldorf. Im Vordergrund steht die Forschungsfrage: Was macht die Beiderwandweberei Meldorf zu einem textilen Erinnerungsort? Ziel ist es aufzuzeigen, welche Relevanz und welches Potential die Beiderwandweberei Meldorf für die Weitergabe textiler Kultur hat. Im Kern geht es in dieser Dissertation darum aufzuzeigen, ob und wie textile Erinnerungsorte zum Erhalt, der Weitergabe und der Zukunft textiler Kultur und textilen Wissens beitragen.

Foto: Lucia Schwalenberg

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Erfolgreiche Disseration im Fachgebiet Textiles Gestalten

"Wir machen weiter! Textiles Laienschaffen in der DDR und Entwicklungen nach der Wiedervereinigung."

Sarah Wassermann hat 2020 ihre Dissertation im Fachgebiet Textiles Gestalten erfolgreich mit der Gesamtnote magna cum laude (1,0) abgeschlossen.

Die Arbeit von Sarah Wassermann, die sich dem „textilen Laienschaffen“ und somit den in der DDR seinerzeit etablierten Textilzirkeln widmet, ist zum einen ein Beitrag zum kollektiven Gedächtnis Gesamtdeutschlands und zum anderen ein entscheidender kulturwissenschaftlicher Beitrag für die Entwicklung eines gegenseitigen Verständnisses der Kulturen in der ehemaligen DDR und der BRD sowie für eine wechselseitige Achtung. Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall scheint dieser Prozess noch nicht abgeschlossen zu sein, ein Denken in „hüben“ und „drüben“ ist mancherorts immer noch festzustellen.

Studien, die sich mit der textilen Kultur bzw. deren Bedeutung in der DDR auseinandersetzen und sie in einen gesamtdeutschen Kontext verorten, sind bislang kaum zu finden. Björn Raupach hat darauf in seiner 2015 in Paderborn vorgelegten Dissertation „Politik und gewebte Lebensfreude – Der Bildteppich in der DDR“ bereits verwiesen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie etwa Polen, Frankreich oder der Schweiz, in denen Textilkunst der Kunst gleichrangig behandelt wird, gelten in Deutschland die textilen Künste als nicht bevorzugte Techniken der ästhetischen Vergegenwärtigung.

Die Dissertation von Sarah Wassermann umfasst im ersten Band 280 Seiten, dem ein zweiter, 103 Seiten umfassender Band mit zahlreichen Abbildungen von Gemeinschaftsarbeiten und Einzelwerken, eine Objektliste der Akademie der Künste (Berlin) sowie eine Objektliste des Museums Europäischer Kulturen (Berlin) beigefügt ist.

Foto und Text: Prof. Dr. Bärbel Schmidt.

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